ÖkoLea
Ökologische Gemeinschaft
von Christiane Weitzel
Auf dem Lande fern ab vom Stress der hektischen Großstadt gemeinsam mit Gleichgesinnten leben, sich in selbstbestimmter, sinnvoller Arbeit selbst verwirklichen und nicht nur in einer Ellbogengesellschaft nach Geld und Macht streben, sich von ökologischem selbst angebautem Gemüse ernähren, die Solaranlage auf dem Dach, hinter dem Haus die Pflanzenkläranlage - wer träumt nicht manchmal davon. Ob und wie ökologische Gemeinschaften auf dem Lande diese Visionen in die Wirklichkeit umgesetzt haben, davon möchten wir unseren Leserinnen und Lesern im Titel dieser Ausgabe auf den folgenden Seiten berichten.
Über den Kopfsteinpflasterhof stapfen Menschen in Gummistiefeln und wetterfester Kleidung. Alle halten geflochtene Holzkörbchen in der Hand. Ein Blick hinein verrät, dass die Gruppe aus Berlin und Brandenburg Pilze gesammelt hat. An diesem Tag wird von der Gemeinschaft ÖkoLeA in Klosterdorf bei Straußberg ein Pilzseminar angeboten. Gerade zieht der Bäckermeister ein großes Blech mit Apfelkuchen aus dem selbstgebauten Lehmofen, zur Verköstigung der Pilzfreunde, die in der großen Scheune auf dem ÖkoLeA Gelände die Pilze unter kundiger Anleitung bei Kaffee und Kuchen bestimmen.
Wie viele Öko-Gemeinschaften leben die Mitglieder von vielfältigen Aktivitäten, wie Seminaren, dem Verkauf ökologischer Produkte aber auch von Berufstätigkeit außerhalb der Gemeinschaft. Die Hälfte der Einkünfte der Mitglieder fließt in die Gemeinschaftskasse. Die Idee für ÖkoLeA kam den Gründerlnnen 1990 in Berlin. Mittlerweile leben hier 17 Erwachsene und 9 Kinder.
Brigitte ist Gründungsmitglied und schätzt, dass die Mitglieder bisher mehr als eine Million Mark in die Renovierung des alten Hofes gesteckt haben. Als das Wohnhaus ein neues Dach bekam, mussten einige von ihnen im Heu über dem alten Kälberstall schlafen. Der ist mittlerweile auch wunderschön renoviert und beherbergt neben Wohnungen die Küche und zwei Gemeinschaftsräume. Die Stallgebäude auf der gegenüberliegenden Hofseite werden gerade umgebaut. Dort sollen in Zukunft die Seminarveranstaltungen stattfinden. Da der Platz in den Häusern nicht für alle ausreicht, wohnen noch zahlreiche Mitglieder von ÖkoLeA in Bauwagen auf der Wiese hinter der Scheune. Mit Veranda und viel Grün wirken auch die Bauwagen einladend. Wann für alle feste Wohnungen zur Verfügung stehen, ist noch ungewiss.
Jutta organisiert den Einkauf und ist für die Vorratshaltung zuständig. Sie erledigt dies besonders fachkundig, weil sie früher einen Naturkostladen in Berlin geführt hat. Für die Selbstversorgung reicht der Garten hinter den Häusern bei weitem nicht aus. Außerdem befällt zum Beispiel bei reichlicher Zucchiniernte doch einige Mitglieder die Lust auf Abwechslung. Für die vielen BewohnerInnen wird beim Öko-Großhändler zu günstigen Konditionen eingekauft. Jeden Tag wird für alle gekocht. Das bedeutet Arbeit für einen ganzen Tag mit Vorbereiten und Aufräumen. Allerdings kann man sich dann für drei Wochen von den anderen bekochen lassen.
Die Gemeinschaft ÖkoLeA möchte offen und im Dorf integriert sein. Brigitte sitzt im Rat der 462 Seelen zählenden Gemeinde Klosterdorf und hat dort durch ihr Engagement schon viele Kontakte geknüpft und Sympathien für die Ideen von ÖkoLeA geweckt. Zu den regelmäßig veranstalteten Tagen der offenen Tür, zieht es auch immer wieder DorfbewohnerInnen. Aktionen wie gemeinsam den alten Dorfanger pflegen oder den alten Löschteich vor der Verlandung bewahren, schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl von Alteingesessenen und dem alternativen Projekt.
Quelle: RobinWood.Magazin, N. 57/4.2000
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Fortlaufende Kurse:
Aikido – friedfertige Kampfkunst Immer Mo. und Mi., 19:30 - 21:30 Uhr in der ÖkoLeA Klosterdorf
Yoga Immer Mo., 17:30 und 19:30 Uhr, WT-Schule Strausberg , Bahnhofstr. 15 Immer Di., 19:15 Uhr, Ergotherapie-Praxis Strausberg, Bahnhofstr. 15 Infos und Anmeldung unter 03341-3593928
ÖkoLeA Klosterdorf e.V. Hohensteiner Weg 3, 15377 Klosterdorf Tel. 03341-359 3930 http://bildungswerk.oekolea.de/
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Freitag, 17. Oktober 2008
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