OtiumBremen

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otium-bremen.de - Initiative zur Rehabilitierung von Muße & Müßiggang

otium, ein Wort aus dem Lateinischen bedeutet Muße oder auch Müßiggang. Wir können heute nur noch in den tiefsten Erinnerungsschichten erahnen, was Muße, was Müßiggang vielleicht einmal gewesen ist. Die beiden Begriffe haben einen enormen Wertewandel durchlaufen. Sicher seit Luther, also seit dem 16. Jh., werden die Tugenden der Muße und des Müßiggangs systematisch zu menschlichen (und das heißt teuflischen) Lastern umgemünzt. Im selben Maße, wie die eine Waagschale sich zu ungunsten der Muße hob, senkte sich die andere zugunsten der Arbeit.

Seitdem etwa heißt es, dass der Müßiggang aller Laster Anfang sei. Laster im calvinistisch-protestantischen Kontext sind Freude, Exzess, Faulheit, Spiel, Feiern und vieles mehr, was dem gottgefälligen Leben, sprich der Produktivität, angeblich abträglich ist. Reste dessen, die sich jenseits der Arbeitsmoral und des Effizienzdenkens befinden, im Reich der spielerischen Möglichkeiten, des heiteren Sich-Verschwendens, des freudigen Experimentierens oder des leidenschaftlichen Unterlassens also, sind jedoch immer noch starke Antriebskräfte in jedermann von uns.

Muße und Müßiggang sind genauso schwer bestimmbar, wie der Begriff der Arbeit, sollten unserer Meinung nach aber wieder als der Ausgangspunkt menschlichen Seins benannt werden. Fast hat man vergessen, was das Ziel allen menschlichen Trachtens war, wenn technische Erfindungen das Leben eigentlich erleichtern, das heißt, von der Bürde der Arbeit befreien sollten. Selbst beim oft missverstandenen Marx bedeutet Arbeit ja Mittel zum Zweck ihrer Überwindung und nicht etwa Selbstzweck, geschweige denn menschliche Bestimmung.


Siehe auch


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