Erwerbsarbeit
Erwerbsarbeit ist vergesellschaftete Arbeit, für die ein Entgelt geleistet wird - entweder viel zu wenig (nämlich unter den historischen Reproduktionskosten - Überausbeutung, nicht nachhaltig) oder zu wenig, weil mit ihr Profit gemacht wird - oder zuviel, weil das Entgelt Profitanteile Anderer enthält (zufällig kann ma natürlich auch mal in der Mitte dazwischen zu liegen kommen).
Das Funktionieren des (minoritären) Erwerbsarbeitssektors setzt das Funktionieren eines i.d.R. breiteren Sektors unbezahlter, sozialer Arbeit voraus, der nach Möglichkeit mit Kost und Logis abgespeist wird (Definition der Sklavenhalter-Ökonomie) und zum Schutz des Verhältnisses um jeden Preis diskursiv unsichtbar gemacht werden muß (Arbeitsideologie, gemeinsame ideologische Basis der bürgerlichen Arbeitsgesellschaftsideologen und ihrer "Kritiker").
(Vergesellschaftete Arbeit: Gesellschaftliches Ineinandergreifen einzelner Arbeitsschritte, wechselseitige Bereitstellung von Arbeitsmitteln auf der dinglichen Seite, Wertgesetz, Mehrwertabschöpfung auf der abstrakten) --MiK
Texte
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Mechthild Veil: Verschärfung der Beschäftigungskrise durch steigende weibliche Erwerbsbeteiligung? Der neue und der alte Blick auf die Dynamik der Frauenerwerbsarbeit - http://www.oeko-net.de/kommune/kommune5-00/aveil.htm
Diskussion
Erwerbsarbeit ist die moderne Form von Zwangsarbeit. --ToKa
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Das ist mir zu ungenau, zumal es ja auch heute noch verschiedene Formen und Härten explizit erzwungener Arbeit (in Knästen, durchs Sozialamt, in der Prostitution etc.) gibt. Stringente Kritik der noch herrschenden politischen Ökonomie sollte da schon bei der bürgerlicherseits behaupteten Verhandlungsfreiheit ansetzen. --MiK
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Sicherlich gibt es unterschiedliche Formen von Zwang ; in einigen Fällen ist der Zwang offensichtlich, in anderen nicht. Prostition gibt es durch Gewalt erzwungen, und "freiwillig", als eine der Möglichkeiten sich dem Zwang zu beugen. Erwerbsarbeit ist Teilnahme am Zwangssystem. --ToKa
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Versteh ich nich - die meisten machen dabei nicht mit und "freiwillig sich einem Zwang beugen" ist widersinnig - wo genau liegt denn nun der Zwang? --MiK
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"freiwillig" kann sein: andere Möglichkeit nicht sehen, sozialen Druck verinnerlicht haben, Arbeitsfetisch anhängen, Mangel an anderen Möglichkeiten, Scheidungspreis zu hoch ...
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was ist eine politische Ökonomie ? --ToKa
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Das besagt nur, das die Ökonomie nicht naturgegeben ist, sondern ein Gegenstand politischer Auseinandersetzung zu sein hat. --MiK
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was meinst Du mit "bürgerlicherseits behaupteten Verhandlungsfreiheit" ?
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Alle können tun und lassen was sie wollen. Niemand muß einfach etwas abliefern, wie vorher die Bauern den Kornzehnten, jeder kann kaufen und verkaufen was er will, zu jedem Preis, den er für richtig hält, Verträge sind einzuhalten... ("Die eine gewissenlose Handelsfreiheit" hat Karl Marx das genannt) Niemand muß seine Arbeitskraft verkaufen. Er kann auch im Haushalt und Garten arbeiten, sich jemanden suchen, die sie durchfüttert oder zum Soz gehen. --MiK
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Unsere Kultur beruht auf gegenseitiger Ausbeutung; anstelle von roher Gewalt sind moderne Zwangsmechanismen jedoch viel subtiler:
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Geld ist notwendig
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Privateigentumsgarantie durch die Gesellschaft
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künstliche Knappheit
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verinnerlichter Außenstandpunkt, die Bestrafung findet im Kopf statt
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psychischer Druck durch soziale Ächtung
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verdrängte Selbstwahrnehmung durch Sozialisation in Familie und Schule
siehe auch
Thesen
Erwerbsarbeit ist nicht "natürlicherweise" knapp, deshalb kommt man mit einer Knappheitstheorie nicht weiter. Meine These ist: Erwerbsarbeit ist knapp, weil die Gesellschaftsordnung dies zuläßt. ( Kajetan Hinner in http://www.hinner.com/texte/Arbeitslosigkeit.html )
Erwerbsarbeit ist überhaupt nicht knapp. Du kannst zu mir Putzen kommen, ich zahle dir 1 Euro die Stunde. Du kannst solange kommen, wie du möchtest ;-) Erwerbsarbeit ist überhaupt nichts, was knapp sein kann; weil Dir allgemein etwas vorenthalten wird, bist Du gezwungen, Dir einen Erwerb zu suchen. "Erwerbslose" sind Menschen, die sich unter den gegebenen Umständen entscheiden nicht mitzumachen. --ThomasKalka
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Mittwoch, 11. Juni 2008
Bloß "antikapitalistisch" zu sein, bedeutet noch keine Änderung im wirklichen Alltagsleben ... Wer sich in Hamburg Schritt für Schritt gemeinsam von der Erwerbsarbeit lösen möchte, auch selbstbestimmte Gemeinschaftsarbeit anstrebt, findet HIER erste Tipps und Informationen.
Diese Seite "lebt" von den Menschen, die weitere Infos über selbstbestimmteres Wirtschaften jenseits vom allgemeinen Warenmarkt ergänzen. Jede auch noch so kleine Initiative in diese Richtung ist hier herzlich willkommen. Bitte, selbst eintragen !!
Mittwoch, 11. Juli 2001
Arbeitslosigkeit weltweit auf Rekordstand. (wer wird denn da gezählt?)