Ökodorf Siebenlinden
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Projekte im Ökodorf:
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Café Sieben Linden - Jeden ersten Sonntag im Monat - außer im Januar und August - ist das Café Sieben Linden zwischen 14.00 und 18.00 Uhr geöffnet: ein Nachmittag bei Kaffee und leckerem Vollwertkuchen; mit Führung um ca. 14.30 Uhr und Infos für alle Leute, die eben mal vorbeischauen wollen, um einen ersten kurzen Einblick ins Ökodorf zu erhalten. In der Regel mit Kultur (Konzerte, Kinderprogramm, Theater ab 16.00). Manchmal mit speziellen Vorträgen. Eintritt frei.
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Es gibt einen Film über dieses Projekt: Leben unter Palmen
Das Ökodorf Sieben Linden
Seit 1997 sind wir dabei, in der Nähe des altmärkischen Dörfchens Poppau unsere Träume einer sozial-ökologischen Modellsiedlung umzusetzen. Wir besitzen dort inzwischen 42 Hektar Land - etwa 25 Hektar Wald, 6 Hektar Bauland und 11 Hektar Garten, Ackerland und Grünland. Unser Ziel ist es, mit unserer Ansiedlung in Sieben Linden zu zeigen, dass menschliche Nutzung nicht zur Naturzerstörung beitragen muss, sondern auch einen positi-ven Beitrag für die ökologische Qualität des Gebietes leisten kann. So bemühen wir uns in der Gestaltung unseres Geländes um die Schaffung von vielen Rückzugsorten für Tiere, Kleinbiotopen und die Vermehrung der Artenvielfalt, z.B. durch Umbau des Kiefernmonokultur-Forstes in Mischwald. Wir betreiben ökologischen Gartenbau. Das Ökodorf Sieben Linden untergliedert sich in Nachbarschaften mit eigenständigen Konzepten und Lebensentwürfen. So bietet es Raum für Menschen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen zum Thema "Ökologische Lebensweise". Gemeinsam ist uns, dass wir das Ziel haben, unsere Konsumgewohnheiten in Anbetracht der weltweiten Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Erde immer wieder zu hinterfragen und zu versuchen, eine Lebensform zu entwickeln, die Lebensqualität und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Die beiden größeren Nachbarschaften spannen das Spektrum von der kommunitär organisierten radikal-ökologischen Lebensgemeinschaft Club 99, die vegan, ohne Maschinen, aber dafür mit Arbeitspferden und gemeinsamer Ökonomie lebt, bis hin zu einer Nachbarschaft, die sich vor allem über ihre gleichaltrigen Kinder gefunden hat und für ihr nachbarschaftliches Leben in verschiedenen Wohnformen (Wohngemeinschaft, Hausgemeinschaft, Familie, Paar) zwei moderne, genossenschaftliche Niedrigenergiehäuser gebaut hat.
Wir sind eine "Gemeinschaft von Gemeinschaften", in der sich die Menschen gegenseitig unterstützen, und doch jeder Person der Raum gelassen wird, den sie benötigt. Wir versuchen, bei aller Unterschiedlichkeit stets die Gemeinsamkeiten zwischen uns zu finden und zu würdigen. Die Vielfalt stellt uns immer wieder neue Lernaufgaben und Herausforderungen, so z.B. beim Thema "Tierhaltung". Den sozialen Prozessen zwischen uns widmen wir viel Raum und Zeit, versuchen Vertrauen unter uns zu schaffen und experimentieren mit unterschiedlichen Methoden, um unseren Gruppenprozess konstruktiv zu gestalten (Forum, Supervision, Redestabrunden, TZI, Systemische Aufstellungen, etc.).
Im Jahr 2000 wurden von einer Nachbarschaft Wohnhäuser für gut 20 Personen gebaut. Diese Häuser bieten Wohnraum für Familien und Wohngemeinschaften. In den Jahren 2001-2003 entstand auf dem Gelände des "Club99" in reiner Handarbeit nur unter Verwendung von regionalen Baustoffen (Rundholz, Stroh, Lehm, etc.) und Recyclingmaterialien eines der ersten genehmigten Strohballenwohnhäuser Deutschlands. In 2004 wird "Strohpolis" entstehen, ein Strohballenhaus mit insgesamt über 500 m² Wohnfläche, das sowohl Neu-Ankommenden als auch Sieben Lindener BauwagenbewohnerInnen einen Wohnraum bieten soll, von dem aus sie ihre Nachbarschaft finden und aufbauen können. Viele SiedlerInnen, die noch keinen Platz in einem Wohnhaus haben, wohnen in Bauwagen. Zur Zeit leben etwa 55 Erwachsene und 11 Kinder auf dem Ökodorfgelände. Im nahegelegenen Dorf Poppau haben wir einen größeren Hof angemietet, in dem nochmals 11 Erwachsene und 4 Kinder leben, die zu unserer Gemeinschaft zählen. Ihre besondere Qualität ist das generationenübergreifende Wohnen.
Sieben Linden hat eine eigene Wasser-Ver- und Entsorgung und eine eigenständige Wärmeversorgung mit Holz und Solarenergie. Die erste Photovoltaikanlage wird in 2004 auf Strohpolis installiert werden. Mittelfristig wollen wir in Sieben Linden mindestens soviel Strom erzeugen, wie wir verbrauchen.
In Sieben Linden sind bis jetzt ein Seminarbetrieb, ein Gartenbaubetrieb, eine Schmuckschmiede, ein kleiner Verlag, eine Tischlerei und die Werkstatt eines Holzkünstlers entstanden. Selbständige HandwerkerInnen, KünstlerInnen, Architekten, KörpertherapeutInnen etc. finden in Sieben Linden langsam aber sicher eine Möglichkeit, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Schwerpunkte der nächsten Jahre werden Wohnungsbau, Intensivie-rung der Selbstversorgung und der Aufbau von weiteren wirtschaftlich tragfähigen Betrieben sein.
Wir orientieren uns im Alltag und bei der Erarbeitung unserer Konzepte an folgenden Zielen:
Ökologie: Nachhaltige Siedlungs- und Wirtschaftsweise, möglichst geschlossene Energie- und Materialkreisläufe, Schaffung und Erhalt von Biotop- und Artenvielfalt, permakulturelle Landschaftsgestaltung.
Bauen: Umweltschonende Bauweisen und Materialien, Selbstbaufreundlichkeit, Schaffung sinnlicher Erlebnisräume, Berücksichtigung verschiedener Lebensbedürfnisse (z.B. von Familien, Haus- und Wohngemeinschaften), Niedrigenergiebauweise.
Soziales: Verbindung von Leben und Arbeit, Integration von Individuum und Gemeinschaft, eigenverantwortliche Lebensbereiche durch wiedergewonnene Überschaubarkeit, direkte konsensorientierte Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen, Waldkindergarten. Wirtschaft: Dezentrale Wirtschaftsweise mit weitestgehender Selbstversorgung und direktem regionalen Austausch durch den Aufbau von biologischer Landwirtschaft, Handwerk, kleinen Betrieben mit angepaßter Technologie, Bildungsangeboten und Tagungsbetrieb, alternativer medizinischer Versorgung.
Region: Mitarbeit bei einer nachhaltigen Dorf- und Regionalentwicklung durch eigene Dienstleistungs- und Kulturangebote, Nachbarschaftshilfe, fachliche Kooperation und lokalen Handel, Naturschutz und sanften Tourismus, Vernetzung mit anderen Regionalentwicklungsinitiativen, Aufbau einer Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft.
Globale Verantwortung: Engagement für eine lebenswerte Zukunft in verschiedensten Bereichen: direkte politische Aktionen z.B. gegen Krieg, Massentierhaltung oder Kernenergie, Entwicklung einer politischen Bewegung für eine nachhaltige Lebensweise (Aufbruch "Anders besser leben"), kritische Auseinandersetzung mit Welt-handelsstrukturen. (Mitglied bei Attac)
Kultur: Entwicklung eigener Traditionen und Feste (Ostern, Pfingstfest, Erntedank, etc.), Organisation von Kulturveranstaltungen für Dorf und Region, Integration meditativer Elemente in den Alltag.
Das Programm für 2006 ist unter diesem Link abrufbar.
Ausprobieren, statt drüber zu reden. as Ökodorf Sieben Linden in Sachsen-Anhalt
von Christoph Meyer
März 1997 in der Altmark. Ein eisiger Westwind fegt eine Staubwolke vor sich her. Bis zum Horizont erstrecken sich gepflügte Felder, dazwischen Kiefernforste. Am Waldrand steht abgelegen ein Bauernhaus mit leeren Fensterhöhlen, daran lehnt sich ein baufälliger Stall. Ein rostiger VW-Bus holpert den Zufahrtsweg entlang und parkt vor dem Stall.
Lachen und Stimmen dringen aus dem Haus. Zwei Männer stapfen den Hang hinauf und begutachten einen schlammigen Weiher, dessen Ufer von Weidevieh zertrampelt ist. Andere stöbern im Schutt, durchstreifen den dürren Kiefernstangen-Wald, prüfen die baufälligen Stallungen. Nach einer Stunde treffen sie sich wieder und beginnen nach kurzer Beratschlagung, die beiden einzigen Räume, die über Tür und Fensterscheiben verfügen, zu entrümpeln. Hier kommen im ersten Winter Projektküche und Gemeinschaftsraum hin.
Die Geschichte begann 1989. Ein ökologisches Selbstversorger-Dorf als Gegenmodell zur Industriegesellschaft entwickeln - diese Idee brachte damals ein Häuflein über die ganze Bundesrepublik verstreute Idealisten zusammen. ?Selbstversorgung, Konsensprinzip, Kooperation von Mensch und Natur" hatten sich zwölf Erwachsene mit elf Kindern auf die Fahnen geschrieben, die vier Jahre später südlich vom Wendland in einem Bauernhof in Groß-Chüden bei Salzwedel/Altmark Zwischenstation machten und dort ein Projektzentrum aufbauten.
Mit Seminarbetrieb, Tischlerei, Lehmbaubetrieb, Wanderbäckerei, freier Schule und einem Planungsbüro, wo die Standortsuche für ein Ökodorf von 300 Menschen (davon ein Drittel Kinder) koordiniert und die ?Siedlungsgenossenschaft Ökodorf e. G." verwaltet wurde. Über 40 Freunde und Sympathisanten ließen sich in der Umgebung nieder. 1997 wurden sie knapp 30 Kilometer südlich, beim Örtchen Poppau, fündig und kauften die abseits gelegene Hofstelle mit 21 Hektar Acker und Forst.
Nach kurzer Zeit verabschiedet die Genossenschaftsversammlung das gemeinsam erarbeitete Grundmuster der Siedlung: Gewerbe, Gemeinschaftshaus am Dorfplatz, autofreies Wohnen in mehreren Siedlungskernen, dazu viel Gartenland, Kita, Schule, Gesundheits-Haus, Meditationsort, Naturschutzzone. Eine Stadtplanerin setzt dies alles in einen Bebauungsplan um und reicht ihn bei den Behörden ein.
Gleichzeitig wird schon mal angepackt: 50 freireisende ZimmermannsgesellInnen sanieren bei ihrem Jahrestreffen die Statik der Hofruine. Komposttoiletten werden gebaut, eine Solardusche im Freien, und im Herbst stehen bereits die Bauwagen der ersten Pioniere auf dem Platz, die entschlossen sind, dem Winter zu trotzen. 1998 kommt auch das Okay der Behörden: Die Bewohnerlnnen feiern ein rauschendes Sommerfest.
Die beiden Gärtner ernten schon in diesem Jahr auf einem Hektar genug Brokkoli und Mangold für SiedlerInnen und Gäste. Im Frühjahr 1999 planieren Bagger die Wege zu den künftigen Siedlungskernen, schaufeln einen Bade- und Feuerlösch-Teich und eine Pflanzenkläranlage. Freiwillige Helfer forsten Brachflächen mit Laubwald und Hecken auf und unterpflanzen die gelichtete Kiefern-Kultur mit Eichen, Hainbuchen und Linden.
Derweil bauen die Siedler in Gemeinschaftsarbeit die einstige Hofruine zum Regionalzentrum aus, auf Niedrigenergie-Standard und mit einer großen Solaranlage auf dem Dach. Projektbüro, Bibliothek, ein großer Raum Seminare, Versammlungen und Feste finden darin Platz, und eine große Küche, in der eine Gruppe täglich Mittagessen für alle kocht. Nebenan in der grundsanierten Stallruine eröffnet die Dorfkneipe. Und im Herbst 2000 ziehen die ersten elf Erwachsenen und sieben Kinder in die beiden neuen Niedrigenergie-Wohnhäuser. 30 bis 40 Projektangehörige wohnen im Moment im Projekt, die Mehrheit noch in Bauwagen und angemieteten Wohnungen im alten Dorf Poppau.
Die Energie für diese Aufbauleistung kommt aus einer Sehnsucht, die in unserer Gesellschaft unerfüllt bleibt: An einem überschaubaren und kinderfreundlichen Ort zu leben, dabei mit wenig Lohnarbeit auszukommen. Und die eigenen ökologischen und sozialen Ansprüche auszuprobieren, statt weiter über sie zu reden. Am Teich blühen jetzt Ringelblumen und Stockrosen im Schutz der neuen Windschutzhecke, die den scharfen Wind jedes Jahr ein wenig mehr mildert. Wenn die Gemeinschaft ebenso gedeiht, dann kann das Dorf jetzt wachsen.
Infos, Rundbrief und Veranstaltungsprogramm gibt?s beim Freundeskreis Ökodorf e. V., Sieben Linden, 38486 Poppau, Tel. 039000/51235
Quelle: RobinWood.Magazin, N. 57/4.2000
Neue Seiten im Kontext
Freitag, 17. Oktober 2008
Diese Internetpräsenz dient den politischen Kommunen zur Selbstdarstellung, zur Information, zum Austausch, zum Kennenlernen, zur Darstellung. Sie kann von allen Mitgliedern der Kommunen des Kommuja-Netzwerkes bearbeitet werden. Die Redaktion dieser Seite übernehmen einzelne Personen aus dem Contraste-Team.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Kleine Episode ums "Hübeln"
Dienstag, 1. August 2006
Die Mobile-Bauwochengruppe hat sich beim Weiter geht's Pfingsten 2006 in 7 Linden gegründet.
Wir suchen Menschen, die sich schon eine gewisse Zeit mit dem Thema Gemeinschaften beschäftigt haben und in nächster Zeit in einer Gemeinschaft leben wollen. Unsere Ideen sind vielfaeltig. Wir wollen als Gruppe diverse handwerkliche, aber auch andere Kompetenzen entwickeln und fuer Gemeinschaftsbauwochen oder auf Anfrage anbieten. Wir erhoffen uns davon, voneinander zu lernen, zusammen Gemeinschaften kennenzulernen und weiter zur Vernetzung von Gemeinschaften und uns selbst beizutragen. Nach einer Ausbildung in Konsens- Moderation koennte sich eine von uns auch vorstellen, Gruppen zu moderieren. Fuer Anregungen und Anfragen schreibt doch bitte eine Email. Aktuelle Termine findet Ihr auf unserer Webseite.
Freitag, 17. März 2006
In 2006 findet kein "Los geht's" statt, aber das Ökodorf Sieben Linden hat die Idee aufgegriffen und führt an Pfingsten 2006 ein Festival mit dem Titel "Weiter geht's" durch. Auch hier soll die Gründung von Gemeinschaftlichen Lebensprojekten angeregt werden.
Diskussion über die Kosten (160 Euro, 140 Euro ermäßigt).
Dienstag, 22. März 2005
Film von Michael Würfel über das Ökodorf Sieben Linden
Freitag, 13. Dezember 2002
Der Club99 ist eine Nachbarschaft im Ökodorf Siebenlinden
Mitglieder des Club99 haben das Eurotopia - Verzeichnis erstellt.
Freitag, 12. Januar 2001
Honnedaga FUND