Spiele
Der Form nach betrachtet, kann man das Spiel also zusammenfassend eine freie Handlung nennen, die als »nicht so gemeint« und außerhalb des gewöhnlichen Lebens stehend empfunden wird und trotzdem den Spieler völlig in Beschlag nehmen kann, an die kein materielles Interesse geknüpft ist und mit der kein Nutzen erworben wird, die sich innerhalb einer eigens bestimmten Zeit und eines eigens bestimmten Raumes vollzieht, die nach bestimmten Regeln ordnungsgemäß verläuft und Gemeinschaftsverbände ins Leben ruft, die ihrerseits sich gern mit einem Geheimnis umgeben oder durch Verkleidung als anders von der gewöhnlichen Welt abheben.
Johan Huizinga, Homo Ludens, S. 22
Schiller hat mal geschrieben:
"Denn um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."
aus: Über die ästhetische Erziehung des Menschen
Ich denke, der Gedanke ist ein ganz ähnlicher wie der von Selbstentfaltung (Siehe: Notizen zur Selbstentfaltung)
Das nur mal als Einstieg, da das eins meiner Lieblingsthemen ist, fällt mir hierzu bestimmt noch mehr ein in Zukunft und ich hab mir gedacht, dass Thema passt ganz gut, weil sich hier auch so viel Pädagogik tummelt und die Pädagogen das Thema ja auch oft beackern (aber meist keinen Plan davon haben ;-). --benni
Hier gibt es ein paar Anmerkungen zu Spiel und Erziehung: Erziehen ist gemein
Murmelbahn - http://a-bach-o.de
Diskussion zu Spiel und Fehler
Spiel hat viel mit der Einstellung zu Fehlern zu tun. Das ist ein zentrales Konzept von Heinrich Jacoby. Ich hoffe, daß Du bei vielem des sich hier tummelnden Pädagogischen die Dir angenehme Einstellung zu "Spiel" finden wirst. --ToKa
Kannst Du das mal näher erläutern? Was hat Spiel mit der Einstellung zu Fehlern zu tun? btw hoffe ich, dass ich nicht nur die mir angenehme Einstellung finde, sondern eine, die mich weiterbringt ;-) --benni
Ich will es mal versuchen (btw: ich denke, daß Dich nur die angenehme Einstellung weiterbringt):
Es gibt verschiedene Bedeutungen des Wortes "Spiel":
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Das ist doch nur ein Spiel - etwas nicht ernst nehmen
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spielerisch leicht erreichte er sein Ziel - etwas mühelos erreichen
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... ( s.o. )? etwas ernst nehmen
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ist der Gruppenprozess wichtig, Spiele ich ein Spiel so, daß ich gewinnen möchte ohne die Würde des anderen zu beachten ?
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ist das Abstrakte (die Regel) wichtiger als das Konkrete (die Mitspieler) ?
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Spiele ich mit, wenn Du nicht mit den Regeln einverstanden bist oder bin ich bereit die Regeln so zu ändern, daß wir gemeinsam spielen können ?
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Wie wichtig ist die Spielanleitung (wieder was abstraktes)? Ist die Spielanleitung nur eine Idee, wie das Material zu höchstem Genuß sich entfalten kann ?
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Rebeca Wild schreibt zum Beispiel über das Pesta, daß dort das Aushandeln der Regeln unter den Kindern einen ebenso wichtigen Platz einnimmt, wie das anschließende Verhalten danach.
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wie ist die Einstellung zu Regeln ? ist die Regel wertvoll ohne Erfahrung ihrer Sinnhaftigkeit ?
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ist der Fehler ein geschätzter Teil meines erfahren werdens oder ist es ein Verstoß gegen eine (abstrakte) Regel (siehe ZitateZumLernen )
Literatur
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Schiller, Friedrich: Über die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. 1795.
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Huizinga, Johan: Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel. Hamburg: Rowohlt 2001.
Neue Seiten im Kontext
Samstag, 20. November 2010
Ein Dokumentarfilm über Fantasyrollenspieler.
Dienstag, 7. Februar 2006
Brettspiel zum Erforschen der Entwicklung eines Dorfes.
Brettspiel zur Erforschung von Stadtentwicklung.
Haben eine Sammlung von ca 4500 Spielen und veranstalten Tagungen zu Spieleentwicklung etc.
Montag, 11. Februar 2002
Auszug aus dem Buch "Miteinander vertraut werden"