ArtikelGerechtigkeit
Ich wollte sowieso mal was zu Gerechtigkeit schreiben und dann soll hier mal was kurzes kommen. Erst Begriffsanalyse, dann Kritik oder so...
"Anstatt uns Freiheit von Gerechtigkeit zu geben, gibt man uns Gerechtigkeit", PeterBrunckhorst 2004
Es scheint nicht sinnvoll unter dem Label "Gerechtigkeit" bestimmte inhaltliche Fragen zu klären. Gründe hierfür sind:
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(i) Es gibt m.E. keinen hinreichend bestimmbaren Gerechtigkeitsbegriff, auf den sich kompetente Sprecher in einem rationalen Diskurs einigen können müssten.
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(ii) Es wird außerdem häufig vorrausgesetzt, dass was gerecht ist immer auch gut sei (bzw. was ungerecht ist immer auch schlecht). Dies trifft nicht zu.
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(iii) Wenn "Gerechtigkeit" als regulatives Prinziep zur Erreichung eines guten gesellschaftlichen Zustandes dienen soll, dann wird der Begriff unbrauchbar.
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(iv) Mit der Bezeichnung eines gesellschaftlich gewollten Zustandes als "gerecht" wird versucht eine Legitimität dieses Zustandes zu suggerieren. Hierbei wird nicht ausgewiesen, um was für einen konkreten Gerechtigkeitsbegriff es sich handelt. Es wird sich zunutze gemacht, dass "Gerechtigkeit" im Wortgebrauch einen bestimmten sozialen Platz einnimmt, der vereinnahmt werden kann. Wer sich somit gegen einen herrschenden Diskurs auf Gerechtigkeitsfragen einlässt, hat zumeist schon verloren.
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(v) In antikapitalistische Ansätzen stellt sich die Frage zumeist anders.
1. Analyse des Gerechtigkeitsbegriffes