GratisRing
Warum Gratis-Ring?
Es gibt viele Gründe, um über Alternativen zur kapitalistischen Ökonomie nachzudenken. So werden allerlei Waren und Dienste angeboten, die keinerlei Nutzen für Mensch oder Umwelt haben und oftmals sogar schaden - für die aber dennoch mit Hilfe gigantischer Werbekampagnen Bedürfnisse geweckt und profitable Absatzmärkte geschaffen werden. Auf der anderen Seite der Schwachen bekommen nur diejenigen eine Chance auf Arbeit und Wohlstand, die mit ihrer Arbeitskraft eine ausreichende Rendite abwerfen. Für die Menschen, die zur rigorosen Selbstausbeutung nicht bereit oder in der Lage sind, bleibt nach der kapitalistischen Logik nur der Weg in die Arbeitslosigkeit und zuweilen sogar Obdachlosigkeit. Nur wer genug Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen: Man legt es auf der Bank an und betrügt sich selbst und andere mit dem bewährten Slogan: "Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten!” - als ob Papier jemals gearbeitet hätte. In unserem kapitalistischen System müssen menschliche Bedürfnisse und Arbeitskraft zu Profitzwecken verwertet werden, damit aus viel Geld mehr Geld gemacht werden kann.
Was ist der Gratis-Ring?
Eine Alternative zum kapitalistischen System muß an den Wurzeln, also dem Zwang zur Verwertung ansetzen. Dies wird am konsequentesten dadurch erreicht, dass Kapitalverwertung und Marktlogik durch das Prinzip des verwertungslosen Schenkens und Weitergebens - durch die GratisÖkonomie - überwunden wird. Dieses Prinzip ist vielen auch als Nachbarschaftshilfe oder unter dem Begriff des "einen Gefallen Tun” bekannt. Unter Freunden oder in der Familie ist Hilfe meist ganz selbstverständlich und wird auch nicht rational bewertet, gegeneinander aufgerechnet oder bezahlt. Hier versucht der Gratis-Ring einen anknüpfungspunkt zu finden: Es geht darum wertfreie Austauschprozesse so zu organisieren, dass eine funktionierende Alternative zur kapitalistischen Geldwirtschaft und zur ökonomischen Verwertung von Menschen geschaffen werden kann. Damit unterscheidet sich der Gratis-Ring deutlich von den sog. Tauschringe n, die in den 80er Jahren ins Leben gerufen wurden. Bei den Tauschringen bieten sich die Mitglieder gegenseitig Dienstleistungen an, die auf eigens eingerichteten Zeitkonten miteinander verrechnet werden. Mit dem Austausch von Stundeneinheiten bzw. Ersatzwährungen wird versucht eine "Marktwirtschaft im kleinen” nachzuahmen, was natürlich ohne größeren Aufwand für Verwaltung und Kontoführung nicht zu schaffen ist.
Wie der Gratis-Ring funktioniert...
Die Idee des Gratis-Rings ist der Versuch einen Gedanken Wahrheit werden zu lassen: Wir wollen eine verwertungsfreie, auf gegenseitiger Hilfe, freier Vereinbarung und sozialer Verantwortung basierende Alternative aufbauen. Auch der Kapitalismus ist nur möglich, weil die Menschen die Rationalität des Wertes verinnerlicht haben und daran glauben. Eine wirklich andere Welt ist möglich - wenn wir es wollen! Vom Haareschneiden über die Computer pflege bis hin zum Tapezieren und Korrekturlesen von Texten kann im Gratisring vieles nachgefragt und angeboten werden. Wenn viele Menschen den Gratis-Ring intensiv nutzen, können dabei spürbare Entlastungen von Lohnarbeit und unfreier Selbstverwertung erreicht werden. In einem Info-Ordner und später auch einer Datenbank wollen wir Angebote und Gesuche verzeichnen und für TeilnehmerInnen des Gratisrings verfügbar machen.
Der Gratis-Ring lebt von den Ideen und dem Engagement der Menschen, die ihm angehören...
Gratisring ist eine Idee, die überall gemacht werden kann, die überall funktioniert...
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Montag, 26. November 2001
Umsonstladen in Berlin.