Strowis
Das Strowis ist ein selbstverwaltetes low budget Hotel in Utrecht.
Hotel Strowis, das Vorstadt-Projekt
Wiedergegeben nach einem Gespräch am 17. März 2000 mit Jost vom "Strowis" von Thomas Kalka.
Vor etwa fünf Jahren begann eine Gruppe Autonomer Pläne zu schmieden, wie ihr Gelände, das seit 1972 ältest besetzte Gebiet in den Niederlanden, vor dem Zugriff von Immobilienspekulanten bewahrt werden könnte.
Das Hauptinteresse bestand dabei, die seit 20 Jahren etablierte Kneipe "Acu" zu retten. Nachdem es sich jedoch herausstellte, daß nur das ganze Gelände auf einmal gekauft werden hätte können entstand die Idee, das Acu in Kooperation mit einem selbstverwalteten low-budget Hotel ("Strowis") zu betreiben. Dazu sollte ein altes Haus, eine ehemalige Kindermädchenschule von 1650, zum Hotel umgebaut werden.
Als das Gelände an einen Projektentwickler verkauft wurde, konnte dieser durch Gespräche mit der Stadt Utrecht zu einer Verhandlung mit den Autonomen gebracht werden. Neben der Angst vor einer Schließung des Acu bestand seitens der Gemeinde auch ein Interesse an einem preiswerten Hotel in Untrecht.
Unterstützt vom Büro "Veränderung" der VAK Group wurde ein 4 Mio. Gulden teures Konzept entwickelt, für das eine lokale Bank als Investor gewonnen werden konnte. Für 40% des Geldes übernahm die Gemeinde Utrecht eine Bürgschaft. Die VAK Group (Büro Veränderung) leistete Konzept- und Finanzierungsberatung, Projektbetreuung, Verhandlungen mit der Bank und der Gemeinde. Es war überraschenderweise nicht schwierig, am Anfang über 100.000 Gulden als Startkapital als Privatdarlehen im Bereich zwischen 100 bis 10000 Gulden pro Person zu bekommen.
Aus Solidarität zum Acu wichen die alten Bewohner der Häuser und Bauwagen relativ bereitwillig. Unterstützt von der Baukooperative der VAK Group, die auch die Bauleitung übernahm, arbeiteten bis zu 200 Menschen an der Sanierung und dem Umbau der Häuser. Dabei zählte die über zwei Jahre arbeitende Kerngruppe anfangs 4 und zum Ende 20 Personen, die Anderen beteiligten sich zwischen 2 Wochen bis 2 Jahren. Die Arbeit wurde selbstverwaltet und unentgeltlich geleistet, motiviert durch gutes Essen und der Möglichkeit, etwas zu Lernen. In der letzen Phase mußte durchgearbeitet werden, da schon Reservierungen vorlagen und auch die ersten Raten and die Bank bezahlt werden mussten. Die gute Belegung ist darauf zurückzuführen, daß bereits ein halbes Jahr vor der Öffnung Werbung gemacht und das Projekt in der Szene bekanntgemacht wurde. Außerdem wurde auch mit der Touristeninformation in Utrecht zusammengearbeitet.
Im September 1999 öffnete das "Strowis" erstmals. Es arbeiten dort momentan 25 Leute, davon werden 10 über Arbeitbeschaffungsmaßnamen (32h/Woche) finanziert, die anderen arbeiten freiwillig. Dabei werden die Mittel für die Arbeitsbeschaffungsmaßname vom Staat zur Verfügung gestellt, können jedoch selbstorganisiert eingesetzt werden. Das Hotel ist rund um die Uhr geöffnet.
Die freiwilligen Mitarbeiter empfinden ihre unbezahlte Arbeit nicht als Nachteil. Sie schätzen es, daß die Bezahlten sich besser auskennen. Momentan wird nur Nachtarbeit bezahlt. Monatlich finden Koordinierungstreffen statt.
Das "Strowis" erwirtschaftet Überschüsse, die zur Finanzierung des "Acu" verwendet werden.
Über dem "Acu" entstand Wohnraum für 3-4 Leute und ein Büro, daß Obdachlosenarbeit macht und politisch aktive Gruppen beherbergt. Acu und Strowis sind unabhängig, kooperieren aber und bilden zusammen das Vorstadt-Projekt. Obdachlose werden auch im "Strowis" aufgenommen, dies wird jedoch von der VAK Group aus einem Solidaritätsfonds bezahlt. Einige Obdachlose nutzen das "Strowis" auch, um ab und zu Urlaub von ihren Obdachlosenunterkünften zu machen, den sie dann auch selbst bezahlen. Das Hotel steht allen offen, für unangenehme Gäste gibt es eine schwarze Liste. Leute ohne Ausweis werden auch aufgenommen. Dieses wird von der örtlichen Polizei geduldet, da diese die Unterstützung des "Strowis" schätzt. Es herrscht eine gute Arbeitsatmösphäre. Im Gegensatz zu anderen Hotels gibt es keine Kluft zwischen Gästen und Mitarbeitern. Viele der Arbeitenden haben durch Mitbauen und Sanieren einen starken Bezug zu dem Projekt.
Im Rückblick auf die Planungs- und Sanierungszeit schlägt Jost für das nächste Projekt vor: "Mehr tun als reden. Die Ideen kommen beim Tun. Mit Reden wurde zuviel Zeit vertan."
Selbstbeschreibung
(von der Website)
After years of vacancy, the building at Voorstraat 71 was squatted. The ground floor, which used to be the Automobile Centre Utrecht (ACU), was turned into a film house, a café, a concert venue and an information and action centre. The two top floors have been used as living space for years.
In order to avoid eviction from the squat, the idea of the Voorstaete project was born in the autumn of 1993 after a congenial night of drinking. The idea conisted of buying the ACU and the piece of wasteland next to it in order to realise all plans. Plans included the realisation of living and working spaces under own management, a brewery, a pub and concert venue, a restaurant, a hostel and a city park.
For this ambitious project, the Voorstate foundation was established. Through their experience in various political pressure groups, the initiators had become hardened negotiators. Of the five original ingredients of the plan, two projects were eventually realised: the political-cultural centre ACU and the Strowis hostel. The brewery was able to find another location but the city park unfortunately came off badly in the negotiations with the municipality and had to be abandoned.
Family, friends, non-profit housing associations and other sympathizers gave the project financial support. After eighteen months of renovation and reconstruction by many volunteers, the project finally opened its doors to the public in the autumn of 1998.
Utrecht is a unique project richer! A multi-million project which has been set up and realised entirely under own management.
Kommentare
fur ein commercieles jugendherberge ist es nicht ehrlich um ein garantie zu bekommen wenn mann vom grune ist und in die gemeinde sitz
was ist damit gemeint ?