Konkrete Utopien
Utopien im allerweitesten Sinne sind alle rationell verfaßten Konzepte einer anderen (schöneren oder schlechteren) Welt (Pfetsch, S. 4). Aber auch die Darstellungen einer schlechteren Welt (Anti-Utopien, Dystopien) dienen wenigstens indirekt der Kritik des Vorhandenen oder Befürchteten - zielen also auf eine Verbesserung. In diesem Sinne sind Utopien "subjektiv gestaltete Zukunftsentwürfe, die im Ganzen oder im Detail eine wünschbare zukünftige Gesellschaft skizzieren" (Schwendter, S. 19). Sie müssen von uns - gegen den Zeitgeist der Horrorszenarien - selbst neu gefunden werden. Utopische Ziele sind vor allem jene, die im Augenblick nicht zu erreichen sind, weil sie den gegebenen Trends nicht entsprechen, sondern entgegenstehen.
Es geht uns nicht um die nicht zu verwirklichenden "Utopismen".
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Der Begriff "konkrete Utopie" ist von Ernst Bloch im Hinblick auf die marxistische Kritik der Utopie gebildet worden. Utopie im Sinne dieser Kritik war die Vorstellung eines vollkommenen Gesellschaftszustands, die keine realistische Perspektive der Überwindung des gegenwärtigen bietet, weil sie seinen Idealen blind verhaftet bleibt und nicht an "die wirkliche Bewegung" anknüpft, "welche den jetzigen Zustand aufhebt." (Marx/Engels, Die deutsche Ideologie, MEW 3, S. 35) Bloch will der Verallgemeinerung einer solchen Krtitk auf jegliche Utopie entgegentreten, die Vielfalt und Ubiquität des Utopischen aufweisen und insbesondere die Unerlässlichkeit sozialutopischer Antizipationen im Kontext marxistischer Praxis geltend machen. (aus http://www.ernst-bloch.net/owb/fobei/fobei27.htm)
Utopien sind also in diesem Sinne keine unerfüllbaren Wunschträume, sondern als "konkrete Utopie", bzw. "Realutopie" können sie bei entsprechenden gesamtgesellschaftlichen Konstellationen Wirklichkeit werden (Schwendter, S. 20). Und ohne sie, "ohne Überlegungen, wie es denn anders als bisher sein sollte, entstehen keine Handlungsmotivationen" (Behrend, S. 23) für die Bedingungsveränderung...
aus http://www.thur.de/philo/ku1.htm
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Dienstag, 25. Juli 2006
Die praxisphilosophische Initiative zielt auf die Ausformung einer zeitgemäßen politischen Philosophie, welche die besten Elemente der kritischen, utopisch inspirierten Theorie vereinigt und als Konkrete Praxisphilosophie weiterbildet. Diese Konkrete Praxisphilosophie versteht sich als Überschreitung sowohl der Kritischen Theorie als auch traditioneller Marxismen, zugleich aber auch als entscheidender Schritt zum Konkretwerden bisheriger Philosophie der Praxis. Dazu sollen theoretische Ressourcen versammelt und ein Forum für produktiven Austausch geschaffen werden.
Dienstag, 2. Mai 2006
Rezension aus Contraste zum Tagungsband zum Out of this World - Kongress.
Freitag, 27. Januar 2006
Standpünktlich im Wesen, genährt im Geist, erfüllt sich der Sinn in heiterer Ruhe
Dienstag, 17. Januar 2006
In PARECON – Participatory Economics – entwirft Michael Albert ein nach-kapitalistisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell. Hochgelobt und inzwischen in viele Sprachen übersetzt, beschreibt er ein komplexes, alle Lebensbereiche durchdringendes System jenseits der herrschenden Ökonomie von Ausbeutung und Privateigentum.
Ziel ist eine lebendige Gesellschaft, vielfältig, solidarisch und selbstorganisiert. Jenseits von zentraler Planung und Kapitalismus tritt ein weit gespanntes Netz von Räten, in welchen Produzenten und Verbraucher partizipatorisch über die benötigten Güter und Waren beraten und entscheiden können.
Ein wichtiger Beitrag zur Diskussion um eine andere Welt von morgen.