EigentumsPattern
Pattern im Rahmen der WirtschaftsPatternSprache.
Pattern-Formular
Name: EigentumsPattern (Eigentum)
Ausgangssituation: Eine Gemeinschaft (oder Gesellschaft) mit bestimmten begrenzten (knappen) Ressourcen und autonom handelnden Personen (oder Akteuren) mit divergierenden Interessen.
Problemstellung: Um die knappen Ressourcen entstehen Konflikte. Ohne entsprechende Normen werden Konflikte mit Gewalt ("Recht des Stärkeren", Hierarchiebildung, Revierbildung) oder hohem Aufwand ausgetragen. Die Gemeinschaft muss jedenfalls Schaden befürchten.
Lösung: Erfindung des Eigentums-Begriffes, der ein Recht auf Besitz definiert. Das RechtsSystem ermöglicht eine argumentative, gewaltvermeidende Beilegung der Konflikte.
Resultierende Situation: Gewalttätige Konflikte werden vermieden und auch Schwächere können Eigentum behaupten. Der Status Quo des Eigentums wird festgeschrieben und das Eigentum der Stärkeren und Reicheren weiter abgesichert. Durch das Eigentumsrecht wird Besitz bestimmter Ressourcen aufgewertet und es entsteht ein Anreiz für die Produktion, Pflege und Handel solcher eigentumsfähiger Ressourcen.
Problem "Gerechtigkeit": Mit der Übertragung von Konflikten an das RechtsSystem sind nicht alle Probleme gelöst. Einerseits muss Recht nicht gleich Gerechtigkeit sein, andererseits haben nicht alle Teile der Gesellschaft die gleichen Möglichkeiten, das RechtsSystem zur Wahrung ihrer Interessen einzusetzen (siehe RechtsSystem).
Problem "Sozialer Konflikt": Wenn die Rationalität des Eigentumsbegriffes die Konfliktvermeidung ist, dann kann dies in eine Paradoxie führen: Einerseits werden Konflikte im einzelnen Eigentumsfall vermieden, andererseits kann sich die Schere zwischen Reich und Arm so weit öffnen, dass der soziale Friede insgesamt gefährdet ist. Es liegt auf der Hand, dass es ausreichend gesetzliche Möglichkeiten der Umverteilung, der Besteuerung von Vermögen und Eigentumserträgen und der Enteignung geben muss, damit alle Teile der Gesellschaft Arbeits- und Lebensmöglichkeiten vorfinden und an Fortschritten teilhaben.
Problem "Nützlichkeit für die Gemeinschaft":
Problem "Ausdehnung des Eigentumsbegriffes":
Problem "Freie Nutzung des Eigentums":
Problem "Mythos Eigentum":
Anmerkungen:
Zusammenhängende Patterns und Begriffe: RechtsSystem, VertragsPattern, Eigentum, PrivatEigentum, GemeinEigentum, Ressourcen, Knappheit, Konflikt, Besitz, EigentumsErtrag, Verstaatlichung, Privatisierung, Enteignung, GeistigesEigentum,
Informelle Beschreibung
Diskussion
Ich sehe uns vor einer großen Schwierigkeit: Kenzept-Systeme sind rekursiv, d.h selbst-stützend. Wie wird eine Konzept-Meta-Diskussion, die wir ja anstreben, möglich ? Die Sprache dieser Seite scheint mir nur eine mögliche Denkform zuzulassen. Soweit ich verstanden habe, arbeiten wir aber an einem Konzept, das die freie Wahl zwischen verschiedenen Denksystemen ermöglichen soll. Welche Ansätze in diese Richtung gibt es oder sind vorstellbar ?
Wir müssen wohl zwischen zwei Pattern "PrivatEigentum" und "GemeinschaftsEigentum" unterscheiden. Lest mal Liebe und Spiel. Die Erfindung von GemeinschaftsEigentum führt Eigentum als Konzept in eine Gesellschaft ein. RessourcenKnappheit ist in meinen Augen ein Mythos, der Eigentum als Konzept selbstverständlich macht. Eigentum ensteht, wenn der Ausschluss dritter sich in einer Gesellschaft etabliert. Gleichzeitig enstehen ZukunftsAngst und ZukunftsVorsorge, die dieses Pattern stützen.
Aus diesem Gemenge ensteht eine HierarchischeGesellschaft, in der sich Konzepte eines rechtlichen Individuums, Recht, Gerechtigkeit etc entwickeln.
Versuchen wir es einfach. Kritisiere die von mir verwendete Sprache und schauen wir, wo wir Konsens finden, Begriffe spezialisieren oder kreieren und vielleicht alternative Patterns schrieben müssen, um dem Anspruch zu genügen. Die PatternMethode ist funktional, d. h. sie legt dem System keine vorgegebenen Antworten auf. Patterns können als Erfindungen erfunden, verworfen werden - müssen zumindest aber menschengerecht adaptiert werden. Systeme müssen für die Menschen da sein, nicht umgekehrt. Solange wir diesen Grundkonsens nicht verlassen, kann es für uns keine grundlegenden Schwierigkeiten geben, gemeinsame und pluralistische Modelle zu entwickeln.
Ich habe übrigens das Gefühl, dass die Hierarchie nicht aus dem Eigentum, sondern aus einem ähnlichen Motiv kommt wie das Eigentum, nämlich um kämpferische Konflikte zu vermeiden. Hierarchie dürfte viel älter sein und ist auch bei Tieren zu finden.