Gedanken zum Geld
Zum Weiterdenken
(Versuch und Grundlegung eines virtuellen "Gedankengemäldes" zum Stw. "Geld". → s.a. meine Erklärung in PhilosophischeArbeitsmethoden)
Stichworte: Anmerkungen zum Geld, Alternativen zum Geld, Gedanken zum Geld, Fragen zum Geld
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Von den Massai (einem "berühmten" ostafrikanischen Nomadenvolk) wird folgender Umgang mit Geld berichtet (ich verbürge mich allerdings nicht dafür, daß sie das immer noch so machen): Als Nomadenvolk wandern die Massai in ständigem Rhythmus von Weideplatz zu Weideplatz. Wenn sie einen guten Weidegrund für ihr Vieh gefunden haben, bleiben sie dort so lange, bis alles Gras abgeweidet ist. Während dieser Zeit werden sie hin und wieder von Touristen besucht, die sie dann auch (wegen ihrer imposanten Erscheinung und den farbenprächtigen Gewändern) photographieren wollen. Dieses gewähren sie gerne, fordern allerdings eine "finanzielle Aufwandsentschädigung". Wenn nun der Zeitpunkt zum Aufbruch gekommen ist, graben sie ein schönes Loch, legen das verdiente Geld hinein, schütten das Loch wieder sorgfältig zu und ziehen dann - wie seit Jahrhunderten - ihrer gewohnten Wege ...
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Der Spruch »Durch Arbeit ist noch niemand reich geworden« ist - denke ich - allgemein bekannt und ruft auch gewöhnlich keinen Widerspruch hervor. Kinderfrage: Warum verhalten sich die meisten aber nicht gemäß dieser Einsicht? Wer oder was hindert sie daran? → Jeder zweite Deutsche hat keine Ersparnisse, SZ, 07.11.07
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Geld ... der große (Ab)Gott der Welt. Vielleicht der mächtigste.
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Geld ist "anonymisierte Verbindlichkeiten".
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Zeit ist Geld heißt es - wozu braucht man dann eigentlich noch Geld(Scheine)?
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Seit geraumer Zeit wird mir - aus unerklärlichen Gründen - die zweifelhafte Ehre zuteil, in unregelmäßigen Abständen das "Große VorteilsSuperDuperLos der SKL-Lotterie mit Günther_Jauch" zu ziehen und darüber telefonisch verständigt zu werden ...
KinderFrage: Wieso bekommen die Günther Jauchs dieser Welt und alle anderen Beteiligten (außer mir) Geld dafür, daß mir Zeit und Nerven geraubt werden? Wieso können irgenwelche Schlauberger auf die Idee kommen (welche Strukturen liegen dem zugrunde?), "ganz selbstverständlich" das "Recht", zu haben auf anderer Leute Kosten ("Zeit ist Geld") Einkünfte erzielen zu dürfen? -
Frage: Was würde unter den gegenwärtigen Weltwirtschaftsbedingungen geschehen, wenn allmählich immer mehr Menschen auf die Idee kämen - wie in Inflationszeiten - kein "schlechtes Geld" mehr als Zahlungsmittel zu akzeptieren? ...
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Beim Geld hört die Freundschaft auf, sagt man - Also weise man das Geld von sich! Oder ist Geld etwa mehr wert als Freundschaft?
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Gibt es eine strukturelle Ungerechtigkeit der Geldwirtschaft, die sich darin äußert, daß es in der Regel einfacher ist, Geld "auszugeben" als es einzunehmen? Oder anders gesagt, daß weniger Bedingungen daran geknüpft sind, es ausgeben zu können; und mehr, um es einnehmen zu können ...
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Franz_von_Assisi wollte ab einem gewissen Zeitpunkt überhaupt kein Geld mehr in die Hand nehmen ...
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von Judas_Ischariot - der Jünger, der Jesus für 30 Silberstücke an die Führer des Volkes auslieferte - heißt es: er verwaltete die Kasse und veruntreute die Einkünfte ...
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Im Gegensatz zu den Sophisten, die sich ihre Lehre gut und sehr gut vergüten ließen, weigerte sich Sokrates, Bezahlung für seinen Dienst anzunehmen ...
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"Wenn es um Geld geht gehört jeder der gleichen Religion an." (Voltaire) (s. MoreMoney)
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Mein skeptisches Verhältnis zu dem Wort und Sachverhalt Geld ist eigentlich gar nicht so sehr sein physisches Vorhandensein - und ob es besser wäre, es abzuschaffen oder ob sinnvoller es zu "verbessern" ("gerechter" zu machen) etc. etc., sondern sein (quasi) religiöser Charakter (s.o.: Voltaire): Wir sollen an den "Wert des Geldes", an die "Weisheit des Marktes" etc. glauben und ansonsten einfach nur "unsere Arbeit" machen und den Verantwortlichen (den Hohepriestern des Geldes und des Marktes) vertrauen ...
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→ vgl. den Beitrag von wikipedia-Benutzerin: Lucy.skywalker: Der "Glaube" von Adam Smith ( 1723-1790 ): die Stoa
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Mich beschleicht ein großes Unbehagen, wenn ich mir vergegenwärtige, daß mensch sich einer bestimmten Denkungsart und Handlungsweise - ohne Wahlfreiheit - unterordnen muß, wenn er sich auf Geld als Tauschmittel einläßt und daß mensch sich heute dem Umgang mit Geld gar nicht mehr entziehen kann.
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Auch seine begriffliche Unschärfe (gerade auch unter sog. Fachleuten) scheint subtil Methode zu haben - im Gespräch beschleicht mich oft das Gefühl, daß es eigentlich auch niemand sooo wirklich genau wissen will - als gäbe es irgend ein geheimes, stillschweigendes Abkommen darüber (zu dem ich irgendwie keinen Zugang habe(?)) ...
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→ vgl. dazu: "Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh." (Henry Ford (1863 – 1947))
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(s. MoreMoney)
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Aus aktuellem Anlaß: z.Z. werden viele Arbeitsplätze von Deutschland und den ("alten")EU-Ländern nach Osteuropa und Asien verlagert mit dem Argument, daß dort die Lohnkosten geringer seien. ...
Also sage ich: Arbeiten wir doch lieber gleich (freiwillig) kostenlos - bevor uns die "Herren" - mit bestem (marktwirtschaftlichem) Gewissen allmählich und schließlich auf Ein-Euro-Jobs heruntergehandelt haben werden und das dann aller Welt auch noch als Gerechtigkeit verkaufen!
Wir leben in einer grandiosen Epoche: Der Kapitalismus führt sich endlich selbst ad absurdum - es sei denn den "Herren" gelingt es doch noch "rechtzeitig" wieder einen großen Krieg vom Zaun zu brechen ... → vgl. Peter Kafka: "Gegen den Untergang" (S.180/181)
Die andere Seite der Münze
Die obigen Gedanke sind überwiegend negativ geprägt, und ich kann sie gut nachvollziehen.
Die Massai-Geschichte ist schon eine sehr gelassene: Geld als Energie und Dank an einen Ort geben, ein schönes Ritual. Vielleicht sollten wir auch öfter an Orten Geld vergraben.
Unsere Geld-Sucht (das kindliche "bekommen wollen" verlängert zum "ich bekomme immer zu wenig" wird zum ewigen Hunger, zum Hinterherschauen bei den anderen, auch Neid genannt.
Eine erwachsene und reife Haltung ist, selbst zu entscheiden, wier abhängig ich mich von den Machenschaften und Strömungen der Anderen und ihres Geldes mache, auch, wie ich verantwortungsvoll mit meinem Besitz umgehe, meinen Dingen und Verantwortungen.
Dazu kommt, mit meinem Geld das richtige zu bewegen: Qualität zu kaufen, nur guten Leuten Geld zu leihen, (auch wenn Rüstungsanleihen bei der Deutschen oder der Postbank mehr Rendite bringen) und zu entscheiden, wo im internationalen Geldfluss meine kleine Ressource wirken soll: Ich kann zur Zeit mit 10 Euro im Monat einen Lehrer in Zimbabwe bezahlen. http://youventus-international.blog.de
Wenn wir lernen, gezielt zu leihen und zu schenken, setzen wir Gegen-Impulse und bauen neue Ordnungen auf. Eine ZeitBank als WechselStube ist im Aufbau: http://www.zeitbank.net
Dabei ist darauf zu achten, dass nich die alltägliche Nachbarschaft verkapitalisiert wird, sondern die gedankenlose Konkurrenzwirtschaft und Vereinzelung aufgebrochen und zu kreativen und genossenschaftlichen Nachbarschaften verwandelt wird.
Material dazu: GegenStandpunkt - Fortschritt heute: Länger arbeiten und weniger verdienen
Weblinks
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Mitarbeiter von British Airways sollen umsonst arbeiten, faz.net, 17.06.2009
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"Wie funktioniert Geld?" Dieser - von seinem Schöpfer Max von Bock als Satire bezeichnete - Informationsfilm entstand im Juli 2005 im Rahmen seiner Diplomarbeit und erklärt auf anschauliche Weise die Struktur und Wirkungsweise "unserer" Geldwirtschaft.
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Mehr als eine Finanzkrise: Das Zeitalter des Unglücks, Frank Schirrmacher, FAZ, 17. September 2008
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Der Geist des Geldes: Die Erfindung GELD und ihre Folgen für die Menschheit
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ZeitBank München Ein Ansatz zu genossenschaftlicher und nachbarschaftlicher Organisation
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Ernst Dorfner: Fetisch contra Mantra - Ein Vorwurf an attac, und wie von E. Altvater, W. Onken u. M. Kennedy damit umgegangen wird
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Samstag, 10. Juni 2006
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