Kraftwerk2

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Zukunftsplan KraftWerk2

KraftWerk1 hat verschiedene Wurzeln. Eine der zentralen Anregungen ging von P.M.s 1983 erschienener Utopie bolo'bolo aus. In seinem Werk ging P.M. davon aus, dass die Deindustrialisierung auf der Nordhemisphäre einen Rostgürtel aus verlassenen Industriebrachen hinterlassen hat. Dieses vielfältige Erbe kann wieder urbanisiert werden, diese Räume können für neü alternative Lebensformen in Besitz genommen werden - als Basis für eine Zivilisation jenseits der Arbeitsgesellschaft, jenseits der beiden Blöcke Kapitalismus und Sozialismus.

KraftWerk1 kann zwar kaum in Anspruch nehmen, eine Alternative zu Kapitalismus und Sozialismus geschaffen zu haben. (Es kann ja auch nur darum gehen, sich in kleinen Schritten andere und gewünschte Lebensformen zu schaffen. C.Mö.) Der Entstehungsprozess von KraftWerk1 war durch eine Vielzahl intensiver Diskussionen und Debatten geprägt. Sie waren eines der Hauptinstrumente, um das Projekt weiterzüntwickeln. Das Projekt KraftWerk2 soll auf ähnliche Art entwickelt werden. Im Frühjahr 2005 ist der Prozess für die Entwicklung eines neün Bau- und Wohnprojekts angelaufen.

Einig sind sich die Beteiligten darüber, dass auch KraftWerk2 Modellcharakter haben und Lösungen für aktülle Probleme bieten soll. P.M. hat hierzu die These aufgestellt, dass die zukünftigen Herausforderungen in Gemeinschaftssiedlungen nicht im Bereich des Wohnens, sondern des Arbeitens liegen. Der drohenden Spaltung zwischen hochqualifizierten, gut verdienenden Arbeitskräften, welche spannende Jobs auf Weltniveau innehaben und unterqualifizierten, schlecht bezahlten Arbeitskräften, die sich den "Hausjobs" widmen (Hausarbeit, Landwirtschaft, Gesundheit, Erziehung, Reparatur, Infrastruktur, Verkehr etc), setzt er ein Rotationsprinzip entgegen. Das heisst, teilzeitartig, nach Jahreszeiten oder Lebensabschnitten wechseln Menschen zwischen "Weltjobs" und "Hausjobs". Voraussetzung hierzu wäre ein umfassendes demokratisches Bildungssystem. Nach P.M.s Berechnung böte eine Siedlung von mindestens 500 BewohnerInnen die Möglichkeit, mindestens zwei volle Stellen im Bereich "haushaltnaher Dienstleistungen" zu schaffen, die von bis zu acht Personen geteilt werden könnten. Die Palette reicht dabei vom Betrieb eines Konsumdepots und Textilsalons über Stätten für die Kinderbetreuung bis hin zu mehreren Gästezimmern und einer Mediathek.

Wie auch immer KraftWerk2 aussehen wird - die zahlreichen Ideen der Beteiligten versprechen ein interessantes Projekt - eine der Herausforderungen wird wie bereits bei der Entwicklung von KraftWerk1 darin bestehen, auch Gruppen von Interessierten zu hören, die aufgrund ihrer Lebenssituation nicht soviel Zeit für eine Beteiligung an der Projektentwicklung aufbringen können, wie gut vernetzte Singles zwischen 20 und 35 Jahren."