Leadership der deutschsprachigen Mailingliste von Minciu Sodas
Kürzlich haben mir Andrius Kulikauskas und Franz Nahrada die Leitung der deutschsprachigen Mailingliste von Minciu Sodas angetragen und ich habe zugestimmt.
Auf dieser Seite entwickele ich meine damit verbundenen Ziele als Vorbereitung einer Mail an die Liste. Kommentare auf dieser Seite sind sehr erwünscht.
Einladungstext
Kürzlich haben mir Andrius Kulikauskas und Franz Nahrada die Leitung der deutschsprachigen Mailingliste von Minciu Sodas angetragen und ich habe zugestimmt. Ich habe im Coforum auf der Seite Leadership der deutschsprachigen Mailingliste von Minciu Sodas angefangen, eine Mitteilung darüber an die Liste zu erarbeiten. Franz Nahradas Kommentar darauf ist jedoch so ausgearbeitet, dass ich hier gerne statt einer ausgefeilten Mitteilung den Dialog selbst veröffentliche.
Meine Motivation
Wir leben in einer höchst interessanten Zeit. Sehr effektiv zerstören wir unsere Lebensgrundlagen, doch gleichzeitig wächst in rasantem Tempo die Möglichkeit der Selbstorganisation zu einem kooperativen Umgang mit unserer Umwelt. Wie gewinnen wir den Wettlauf ? Ein Paradigmenwechsel ist nötig. Meiner Ansicht nach können Menschen fast alles erdenkliche erreichen, vorausgesetzt die kritische Masse dafür bildet sich. Kritische Masse bei Menschen bedeutet: eine genügend große Anzahl von Menschen, die empathisch ähnliches wollen, arbeitet zusammen. Je nach gestecktem Ziel ist diese Anzahl unterschiedlich. Werkzeuge dazu - wie diese Mailingliste - will ich durch Probieren erforschen.
Wahrnehmung
Damit kritische Masse entstehen kann, müssen Menschen a) Kenntniss von Wahlmöglichkeiten haben und b) sich begegnen. Wie sehen Werkzeuge aus, die dies unterstützen ?
Kleine Schritte mit direktem Nutzen
Ich bin überzeugt davon, dass Entwicklung zu nützlichen System durch kleine Schritte mir direktem Nutzen vonstatten gehen kann. Welchen kleinen Schritt können Menschen gehen, die sich empathisch verbunden wahrnehmen, der direkt Synergien erzeugt ? Welche kleinen Wege können das im Hinnblick auf die Nutzung dieser Mailingliste hier sein ?
Bestandsaufnahme
135 Subskribenten gibt es auf dieser Liste zur Zeit. Wir wissen wenig über einander. Ich lade euch herzlich ein, etwas über euch zu schreiben. Viele Fragen stecken ein hohes Ziel. Ein kleiner Schritt ist bereits, sich erkennen zu geben. Dazu reicht eine Zeile:
Thomas Kalka, 14471 Potsdam
Wer mehr Zeit erübrigen kann, füge als nächste Zeilen eine oder mehrere URLs zu seiner Person an. Falls noch keine Seite im Netz existiert, kann auch gerne ein Text zur Person angefügt sein, muss aber nicht.
Wer mag könnte auch eine kurze Beschreibung seiner Einbeziehung in das Netzwerk angeben, sowie die Menschen, die er bereits persönlich kennengelernt hat.
Ich habe OpenLeader durch Franz Nahrada kennengelernt. Franz kenne ich über das ProjektOekonux, wir sind uns auf der ersten Oekonux-Konferenz begegnet. Andrius Kulikauskas habe ich bei einem Treffen im Kontext von NewWork in Berlin getroffen. Mit Helmut Leitner verbindet mich ein langjähriger Austausch im Kontext von Wiki, PatternLanguage und Lizenfragen im CoForum, MeatBallWiki, CommunityWiki und GründerWiki.
Erweiterung und Kontakt mit anderen Netzwerken
Welche Personen und Netzwerke sollten Eurer Ansicht nach in das Netzwerk aufgenommen werden ?
Meine Anregungen dazu Sammele ich auf der Seite Minciu Sodas - Aufnahmevorschläge
Kommentar Franz Nahrada
Arbeitsprinzipien von Minciu Sodas
Bei alledem bitte ich, Franz Nahrada, Dich um die Beachtung von ein paar Arbeitsprinzipien, die ich durch Andrius Kulikauskas kennengelernt habe.
Das Indiviuduum ist wichtiger als das Thema
Das war für mich anfangs schwer zu verstehen, aber es hängt wohl damit zusammen was wir erreichen wollen: eine Gesellschaft, in der Strukturen und Aktivitäten getragen sind von der Selbstentfaltung von originalen Menschen. Also müssen wir uns überlegen: was brauchen diese originalen Menschen für eine Umgebung, um ihre Kraft, offen und im Sinn des Ganzen arbeiten zu können, zu entfalten? Sie brauchen eine Umgebung die sie respektiert und ermutigt, die ihnen hilft zu wachsen und andere verantwortungsvoll mitzunehmen. Wir müssen diese Umgebung füreinander sein in einer Welt, die noch immer so ziemlich auf das Gegenteil ausgerichtet ist, auf die Anpassung und die Verwertung, das Kommando und die Kontrolle. Minciu Sodas heißt auf Deutsch "Garten der Gedanken", es ist so ein wenig wie eine Baumschule, und unser gemeinsamer Stolz sollte das geistige Wachstum von Menschen sein. Diese Haltung habe ich noch viel zu wenig angetroffen, die Listen sind voller Egomanie und Egomanen, und an dieser Egomanie ist unlängst die Oekonux-Liste zugrunde gegangen. Ein Weg, dieser Egomanie zu begegnen ist gemeinsam zu fragen: wo liegt der besondere Beitrag, den gerade dieses Individuum zu unserer sich entwickelnden Kultur (der kulturellen Kreativität) machen kann. Wenn diese Grundhaltung da ist, dann besteht kein Bedarf sich aufzublasen wie ein Luftballon und andere herunterzumachen. Es entsteht auf der anderen Seite (vielleicht nicht automatisch, aber irgendwie doch) auch beim Einzelnen ein Gefühl der Verantwortung. Mein Ideal wäre eine Liste, auf der nicht trivial herumgeredet wird, auch nicht mit hohlem Pathos, sondern in der jede und jeder aus ihrem oder seinem herzen spricht, fast wie in den Indianerzeremonien des Medizinrades. Die erreichen das durch einen einfachen Trick: sie geben dem Individuum den Stab der Macht in die Hand, und ermutigen es dadurch auch von einer Perspektive der Ganzheit und verantwortung zu sprechen. Wir hingegen sind gewohnt, zwischen Individuum und Gesellschaft einen Abgrund zu sehen, mit dem Effekt daß unser öffentliches Leben entfremdet und zerstörerisch ist.
Kleine Schritte, aber große Ziele
Die Indianer haben noch einen wesentlichen Brauch: wenn die Menschen im Kreis zusammenkommen, legt jeder von ihnen ein "brightening object" in die Mitte. Das ist ein Gegenstand, der sehr viel von dem ausdrückt was ihm heilig und wichtig ist. Eine ähnliche Rolle spielt das "Key Concept" in Andrius' Methode. Wenn die Menschen füreinander erkennbar sein sollen, dann geht das nicht über ein "social ping", daß überhaupt jemand zuhört. Dieses social ping, so gut es auch gemeint ist, befriedigt wieder nur unser kaltes Kontrollinteresse. Andrius stellt den Teilnehmern wie ein Mantra folgende zwei Fragen, vielleicht solltest Du das in Deiner Willkommensmail auch tun:
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Ask yourself, what is your key concept in life, your deepest value that includes, encompasses all your values? This helps us invest ourselves in you, understand how to love you, and how to hold you accountable to yourself.
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Ask yourself, what is a question that I don't know the answer to, but intend to answer, and would be glad for others to help me? This lets us know in what direction you are growing, so that you might lead us by your example, if you wish to grow as a leader.
Hier ist einfach nochmal ausgedrückt, daß die Liste eben nur so viel geben kann wie der einzelne ihr bereit ist zu geben. Wir sollten diese Tatsache in unser Design aufnehmen und einen höheren Status(Level der Mitteilung ermutigen.
Wir sollten uns darauf konzentrieren, nützliche Beziehungen zu stiften
Es ist sehr wichtig, daß wir zugang zu unserer Arbeit haben, es ist also auch wichtig daß die Teilnehmer füreinander erkennbar machen:
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'''Wo arbeitest Du woran? also der Gedanke der "Project venue".
Ein Grund an Dich, Thomas heranzutreten war daß Du mit dem CoForum eine Plattform bietest, die mit der Mailingliste in sinnvolle Synergie treten kann. Es läßt sich nicht alles auf einer Mailingliste tun, sie hat Stärken und Schwächen, und zur Weiterentwicklung einer online-community bedarf es der Korrespondenz mit einem mehr stabilen Medium wie dem Wiki. Ich bin sehr gespannt wie die CoForum - Technologie das realisiert.
(ich persönlich setze auch sehr stark auf die ProWiki Technologie weil es Individuen erlaubt, sich sozusagen mitten im öffentlichen Raum virtuelle und transparente Häuser zu bauen, die nur in dem eingeschränkten Sinn "privat" sind als daß hier eben durch die Topologie schon klar ist wer die Autorenschaft und Maintainance innehat. Ich habe gesehen, daß Du mit den Metadaten und dem Seitentagging in eine ähnliche Richtung gehst wie wir es mit Helmut Leitners ProWiki machen. Ich denke daß es hier vielleicht auch einiges von Dir zu lernen gibt)
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Was sind die Probleme die Du lösen möchtest? Wie können wir Dir dabei helfen?
Dieser Raum der Arbeit, der offenen Arbeit, ist das eigentliche Zentrum der Erkennbarkeit. Indem wir ständig einen gewissen "Bedeutungswirbel" (in einem etwas anderen Sinn als das der Urheber dieses Worts vielleicht gemeint hat) erzeugen, machen wir diese Räume sichtbarer und bringen dem einzelnen mehr möglichkeit, in Arbeitsvorgänge hineinzuschauen und sich einzuklinken.
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Was sind die Resultate die Du erzielt hast? Was ist der nächste Schritt?
Es ist also wichtig daß wir "aktionsorientiert" und nicht "meinungsorientiert" arbeiten. Das geschieht nicht von selbst, und ich vertraue darauf daß Deine besondere Verantwortung für Inhalt und Richtung der deutschen minciusodas-community diesen Aspekt besonders berückscichtigt.
Wir haben ein klares Bild von der Zukunft unserer Kultur, zumindest versuchsweise
Es wäre schön, wenn wir auch in der Struktur der deutschen Wikiseiten die Evolution unserer Kultur widerspiegeln könnten wie in OurCulture. Wir haben versuchsweise Annahmen getroffen, aber diese Annahmen über die Struktur des Ganzen spiegeln sich auch in den konkreten Schritten die wir tun. Eben zum Beispiel in der Struktur des "OurCulture Wiki" das sich für diese Evolution offen zeigen soll. (versuchsweise universell nennen wir das im Gegensatz zu einer Haltung des universellen versuchens)
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LovingGod: Annahmen über die Struktur des Ganzen, die das was wir tun fundamental ermöglichen
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OpenLeader: Die Herausbildung des autonomen Individuums das sich in Gesellschaft entfaltet
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GlobalVillages: Unsere Lebensräume und lokalen Aktionsfelder
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DoingThingsBetter: Unsere Projekte und Arbeitsräume
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OpenCulture: Unsere ersten Manifestationen als Kultur, Festivals, temporäre Kreationen
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OurAssociations: Unsere permanenten Beiträge zur Global Governance
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PatternLanguages: Unser Repositorium des Wissens
Was wir tun, sollte sich auch in der Methode an der Idee partizipativer Ressourcen ausrichten
Wir sollten uns immer Fragen: wo ist der beste Ort und das beste Verfahren, eine Frage zu lösen. Ich habe gestern wieder einmal die Pressemeldungen zu den EU Domains erhalten, und es ist einfach kaum ein besseres Material, um den destruktiven Charakter der herrschenden Kultur zu illustrieren als das Domain Grabbing. Wir sollten anstreben, das genaue Gegenteil dieser Kultur zu werden, eine die nicht privatisiert, was aller Aufmerksamkeit verdient, sondern dieses - nein, nicht "vergesellschaftet", sondern gemeinsam pflegt. Danke Thomas daß Du die Bedeutung der "Ethical Public Domain" in diesem Kontext hervorhebst.
Weitere Kommentare und Diskussion
Thomas, Thank you for your leadership at our laboratory! Franz, Thank you for thinking through and expressing so well the key points! Minciu Sodas is an open laboratory for serving and organizing independent thinkers. From this starting point a culture is unfolding. I think that if we love the independent thinker, then all aspects of our culture will become clear. I am heartened that you are both so able to think and state this perspective. This makes it clear that working together we can write down the basics of our culture so that they might be available in many languages and people might join us in creating a multilingual world. Thomas, I think that your study of key patterns in our behavior is extremely important here. I look to you for the spark to build critical mass. I suggest that, as I do, you might think of yourself as organizing around Franz and other profoundly devoted independent thinkers. Then there will always be actionable content. Yesterday he and I spoke of his plans. In the coming year, we want our laboratory to have or support an Institute for Innovative Working Environments. In three years, we want to organize a team lead by Franz to create a monastic center for independent thinkers. In five years we wish it to come true. Franz is excited about this and so here is a direction that will yield endless energy. Thank you for giving me so much energy which I look forward to sharing at this wiki, our German group and throughout our lab!
gratuliere! ich war mir bisher ja, wie bekannt, nicht sicher, ob coforum nicht doch nur ein privat-wiki ist (also letzendlich zum scheitern verurteilt(weil für die (kritische) masse uninteressant)) . umso erfreulicher nun diese zusammenarbeit mit solchen leuten wie andrius und franz (die ich beide sofort als verwandte geister empfunden habe) und minciu sodas . das könnte sowohl minciu sodas als auch dem coforum gut tun . ein beispiel: man könnte die liste durch den wiki-baum ersetzen . eine liste hat ja keine weitere struktur, der wikibaum dagegen nimmt in seiner struktur schon das vorweg, was wir erreichen wollen . aber wenn schon liste, dann gehören da alle drauf, die hier im coforum lesen und schreiben . oder verstehe ich da was falsch? :
btw. was hat es mit "neues im kontext" auf sich?
Teil der Diskussion nach Diskussionsmodus im CoForum verschoben.
Neue Seiten im Kontext
Samstag, 10. Juni 2006
Ein Teil der TextFormatierungsRegeln im CoForum ist die Unterstützung für einen Diskussionsmodus. Diese Seite ist technischen Aspekt von Diskussionen im CoForum gewidmet. Die sozialen Aspekte bespricht die Seite "Wie können Diskussionen bereits im Prozess überarbeitet werden ?".