Antonio Gramsci
Antonio Gramsci (anˈtɔːni̯o ˈgramʃi) (* 23._Januar 1891 in Ales auf Sardinien, Italien; † 27._April 1937 in Rom) war ein italienischer Schriftsteller, Politiker und Philosoph, ein Theoretiker des Sozialismus, Kommunist und Antifaschist.
Gramsci hat den Begriff Zivilgesellschaft wesentlich geprägt, den er aus der Praxis der revolutionären Bewegungen seit 1917 abgeleitet hat, er stellt eine integrative Theorie vor, die das Politische und das Private (als politische Praxis, als Eigenaktivität) sowie Lernen und Lehren miteinander verbindet.
Die Kritik der Globalisierung denken – Hegemonie und Gegen-Hegemonie bei Gramsci
Vortrag: Ulrich Brand (Kassel) in der öffentlichen Vorlesungsreihe zur politisch-praktischen Auseinandersetzung mit Antonio Gramsci: "Mit Gramsci arbeiten"
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Seit Dezember 2002 liegt die kritische Gesamtausgabe der Gefängnishefte von Antonio Gramsci (1891-1937) in deutscher Sprache vor. Die Arbeiten des italienischen Philosophen und Politikers stehen für einen "offenen Marxismus" (Stuart Hall), der viele Einsichten der marxistischen Theoriebildung auf die neuen Fragen weiterentwickelt hat, die sich mit den Umbrüchen und Krisen der kapitalistischen Gesellschaften des 20. Jahrhunderts stellten. Bis heute sind sie produktive Anregung für Herrschaftskritik und emanzipatorisches Handeln. Gramscis Standpunkte und Kategorien folgen dabei keiner linearen und abgeschlossenen Lesart. So bieten die Gefängnishefte ihren Lesern auch keine allgemeine und kurzer Hand zu konsumierende Theorie der "Zivilgesellschaft", der "Hegemonie" oder der "Intellektuellen". Die verzweigten, häufig fragmentarischen und kryptischen Heftnotizen, stellen viel eher theoretische Werkzeuge zur Verfügung als das sie fertige Erklärungen und Definitionen liefern würden. Das ’Arbeiten mit Gramsci’ verlangt daher, über das unmittelbare Verständnis der Begriffe hinaus, über das Studium der Zusammenhänge und historischen Kontexte des Werkes hinaus, vor allem ein kritisches ’Übersetzen’ ins Heute: Wie nützlich und aktuell ist das – politisch-praktische – Anwenden und Weiterdenken seiner Begrifflichkeiten und Materialstudien? Wie können wir Gramscis analytische Vorgehensweise umsetzen, von konkreten historischen Fällen, von politischen Fragestellungen und kulturellen Entwicklungen auszugehen, die das je spezifische Entwicklungsstadium des Kapitalismus hervorbrachte, und daran Begriffe zu differenzieren, zu transformieren und zu erneuern statt dogmatisch zu schließen? Was heißt es, von Gramsci zu lernen, wenn philosophieren für ihn hieß, von der Philosophie als ein ’tätiges’ gesellschaftliches Verhältnis auszugehen, das sich in Wechselbeziehung zur Lebenswelt und Praxis der Menschen herausbildet?
Universität Hamburg (Department Wirtschaft und Politik) Hamburg 07.02.2007 18:30 - 21:00 Uhr
via prokla
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Samstag, 1. Juli 2006
Der Kapitalismus als Weltsystem scheitert, da es einen grundsätzlichen, nicht lösbaren, Widerspruch zwischen Ökologie und kapitalistischer Ökonomie gibt.
Die Zeit jetzt reif für eine Öffentlichkeitsoffensive für einen neuen Sozialismus.
Wenn wir das geistig-intellektuelle Vakuum nicht füllen, das der scheiternde Kapitalismus schafft, werden es die Neonazis tun.
Wir sind meilenweit davon entfernt, die Machtfrage zu stellen. Es geht zunächstum etwas Anderes, nämlich um die geistig-intellektuelle Hegemonie im Sinne von Antonio Gramsci.
Vor der Frage nach dem Träger des Projekts eines neuen Sozialismus kommt es darauf an, dem Kapitalismus die Legitimation zu entziehen.
Möglichst viele müssen erkennen, dass eine Lösung der Krisen und letztlich das Überleben der Menschheit nicht möglich sind, solange der Kapitalismus weiter besteht.