WohnprojektFritze

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Daten
Web: http://www.fritze-online.de

Über uns:

Wir sind ein Wohnprojekt, das 1991 entstanden ist und seitdem eine Wohn- und Lebensform praktiziert die für viele schon als gescheitert galt. Anfänglich waren wir acht Menschen die versuchten das Leben zum Großteil gemeinsam zu organisieren. Zur Zeit leben annähernd 20 Menschen gemeinsam in der Fritze. Wir haben uns nicht nur mehr als verdoppelt, sondern haben auch eine hohe Kontinuität in dem Projekt entwickelt. Von den acht Menschen die das Projekt ins Leben riefen, leben immer noch fünf in der Fritze. Da die alte Eigentümerin des Hauses keinerlei Arbeiten am Haus machte ( seit Juni hat das Haus eine neue Eigentümerin), haben wir durch Eigenarbeit und Eigenfinanzierung eine Reihe von Reparaturen und Instandsetzungarbeiten verrichtet und sichergestellt, das das 100 Jahre alte Haus nicht weiter verfällt.

Wie schon angedeutet halten wir das Haus nicht nur in Stand, sondern organisieren auch unser Zusammenleben in dem Haus gemeinsam. Das heißt wir kochen, putzen, renovieren und essen zusammen, teilen uns ein Auto und diskutieren als wichtigen Punkte die das gemeinsame Leben betreffen. Auch gibt es für Personen die temporär teilweise oder gar nicht erwerbstätig sind, soziale Absicherung durch die Gruppe. Die drei Kinder die in unserem Projekt leben, haben neben ihren Eltern noch eine Reihe von anderen Bezugspersonen im Haus. Diese Situation ist nicht nur für die Kinder von Vorteil, sondern verhindert auch die soziale Isolation, in der sich viele Alleinerziehende sehen. Insgesamt ist die Vereinzelung durch das aufeinander beziehende Soziale, ein wichtiger Aspekt gegen soziale Vereinzelung. Ein weiterer Aspekt der sozialen Gemeinschaft ist, das wir oft Gäste haben, die aus der ganzen Welt kommen und von der Gemeinschaft mit einbezogen beziehungsweise mit versorgt werden.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Fritze, Juni 1999

Das Wohnprojekt

"Fritze" ging 1991 aus der Besetzung von drei leer stehenden Wohnungen in dem Frankfurter Wohnhaus Fritzlarer Straße 18 hervor. Weitere Wohnungen in diesem Haus wurden im Laufe der Zeit angemietet und übernommen. Mittlerweile wohnen hier 16 Erwachsene und 4 Kinder. Die Idee des Wohnprojektes wurde in einer festen Gruppe, welche sich an linken Initiativen in Frankfurt. beteiligte, geboren. Es gab von uns den Wunsch zusammen zu leben und gleichzeitig andere Wohnmodelle auszuprobieren. Anfang der 90er gab es in Frankfurt einen akuten Wohnungsmangel. Andererseits gab es zahllose leer stehende Häuser und Wohnungen aufgrund der hohen Spekulations- gewinne, so dass wir die Entscheidung trafen unser Vorhaben im Rahmen einer Besetzung umzusetzen. Wir waren damals nicht die einzige Initiative dieser Art. Leider wurden fast alle anderen in kürzester Zeit wieder geräumt. Wir hatten Glück und man ließ uns weitgehend in Ruhe. So blieb unser Haus, die Fritzlarer Str. 18, mit seiner Organisierung des Wohnraumes (mit wenigen anderen Projekten dieser Art) ein Exot, welcher aus mehr oder weniger glücklichen Umständen bislang überleben konnte. Zehn Jahre gab es hier die Möglichkeit und den Freiraum das Zusammenleben zu gestalten und Modelle auszuprobieren. Dabei haben wir uns über die Zeit jedoch immer als festen Wohnzusammenhang begriffen, und es gab insgesamt wenig Fluktuation.


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