PergAment

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Uwe Berger Coethen 94 16259 Falkenberg den 21.03.08 Tel.: 033458 30846

betreffs einer Pentesilea Inszenierung

verehrte Dame, geehrte Herzen,

ich fand im Sperrmüll eine Tuschezeichnung mit Pentesileamotiv, darauf ist ein Spruch von Christa Wolf (von dem sich eine Amazone ins Geschehen hangelt): "Pentesilea ist eine entsetzliche Geschichte, selbst für uns, die wir schon so viel entsetzliches erlebt haben"

Dies brachte mir Heinrich v. Kleist wieder ins Bedachte und die trojanischen Beweggründe unserer zeitgeschichtlichen Ereignisse: Das Pentagon mußte "angegriffen worden sein" und ein Afghanistan Frühjahrsrummel wurde "Achilles" genannt werden.

Nach Frankfurt kam ich nun, weil ich am Sozialgericht gegen das Jobcenter klagte und das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend ließ ich meine Gedanken vor mir her schweifen und stieß mich am Ortsschild der Eisenhüttenstädter Chaussee: "Ende der Kleiststadt". So hatte ich das noch nie betrachtet.

An einem Kleist Gymnasium bin ich an der Schulsekretärin abgeblitzt mit den Worten: "Sie können doch nicht einfach mit unseren Schülern Theater machen! Wie stellen Sie sich das vor?" ja, wie stellt sich das vor, fragte ich mich nun selbst... Ich hatte mir danach eine Inszenierung der Schule angeschaut und bin tatsächlich ins Zweifeln gekommen. Der Profilierungsdrang ist gross, delektierendes Spiel wird von den selektierenden "Markt"gesetzen umlagert: Entertainment rules. Aber ich werde dort auch eine mail hinschicken, vielleicht findet sich noch Interesse. Was Kleist betrifft, ich verstehe ihn als Rauchenden & Kaffeetrinker, dies möchte ich aus seinem Text heraus ins Offensichtliche spielen. Und hierbei die gegenwärtigen Erkenntnisse der Neurologie zu den Genussmitteln in ihrer Wirkung auf die Identität aufschlüsseln.

am Berliner H.v.K.Gymnasium schliesst sein Lebenslauf mit letztem Wort von der Treppenhauswand: "ich bin nicht für diese Welt gemacht"

Genau so fühlt sich der Raucher im Öffentlichen Nahverkehr. Es leuchtete mir gerade auf dem Weg nach Frankfurt wieder ein, bei jeder Gelegenheit steigen die Raucher aus, selbst Zugschaffner kleckern in Neutrebbin für 5 Minuten mit einer Tasse Kaffee zurück. Für die Inszenierung ist die Nähe zu Polen und damit die Preisgrenze des Tabak ein Requisit. Selbst Grenzwerte werden ja manchmal überschritten auch ohne nach Zoll zu fragen.

Was ich hervorheben möchte ist die militärische Bedeutung von Kaffee, Tabak und Alkohol(Zucker) in der Bevölkerung, welche durch diese Drogen in Kampfstimmung gebracht oder gehalten sind, duldsam ihren Niederlagen und unnachgiebig ihren Feindbildern gegenüber.

Kleists Pentesilea, projeziert auf heutige Reklamesichtweisen, die sich, auf das psychisch aktivierbare Muster der Betrachter ausrichtend, von dem Text und den neurologischen Hirnregionen gegenseitig ergänzend beleuchten lassen, gibt mit dem mythologischen Zusammenhang die Möglichkeit das immerwieder gegenwärtige Verhängnis im Mythos aufzuzeigen und mit welchem Genussverhalten wir uns gerade dort immer katastrophaler hinein manövrieren. In einem Brief schrieb Kleist, er bereue es sehr vor der Stadt mit dem Rauchen begonnen zu haben (damals war Tabak und Kaffee nur vor der Stadtmauer erhältlich und der Konsum in der Öffenlichkeit untersagt; gerade dies wird seine Phantasie auf trojanische Mauern gelenkt haben).

Aber Kleist hatte noch keine verbildlichte Vorstellung der Körperchemie, dass das Nicotin von einem Gegenspieler erwartet wird, um es schnell abbauen zu können, welche heute öffentlichter gemacht werden könnte. Denn die Wirkung des Gegenspielers in der Körperchemie ist es, die den (passiv)Raucher sich depressiv fühlen lässt. Und der Glaube Abhängig zu sein, schwächt die klare Sicht auf die Verhältnisse.

Ich könnte mir Pentesilea auch als ein mosaikalisches musical ausmalen und komme gerne zu einem Vorstellungsgespräch, zu erörtern, welche Möglichkeiten sich finden lassen meine Arbeitslosigkeit sinnvollst zu beenden (und den kulturellen Notstand "Kleist so noch nicht verstanden zu haben")

Im anderen linkblique ist ein Konzept für eine Begegnungsstätte für Schülertheater, in welches das Kleist Forum und (Kleist) Schulen partizipierend hineingewoben sein könnten.

verbleibend mit der Bitte um Antwort und herlichzen Gruß

UweBe

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Montag, 5. November 2007

Generationsübergreifende Begegnungsstätte zur Naherholung und internationalem Austausch in Coethen, 16259 Falkenberg/Mark