Gemeinschaft Finkenburg
Selbstbeschreibung
Die Finkenburg ist ein alter allein stehender Resthof in der Wesermarsch südöstlich von Bremen und besteht als Gemeinschaftsprojekt seit 1989. Dauerhaft leben hier derzeit 9 Menschen (5W, 3M , 2K; Stand November 2008). Wir verstehen uns als Teil der politischen Kommunebewegung und sehen unsere Form des Zusammenlebens als einen Alternativentwurf hin zu einer sozialeren, ökologischeren und solidarischen Gesellschaft. Selbstbestimmung und Freiraum für die Einzelnen sowie das Akzeptieren unterschiedlicher Bedürfnisse sind für uns Voraussetzungen für dieses Ziel. Unsere Entscheidungen werden gleichberechtigt im Konsens getroffen. Haus und Grundstück befinden sich in unserem gemeinsamen Besitz und werden von uns selbst verwaltet. Die Entwicklung hat es mit sich gebracht, dass ein Teil der Projektmitglieder außerhalb arbeitet. Direkt hier bei uns gibt es eine Mosterei (siehe www.finkenburg.info), eine Töpferei und das Redaktionsbüro des Regionalmagazins "Överblick" (siehe www.oeverblick.de), dass von einem Bewohner mitgegründet wurde. Der "Överblick" ist auch Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und bietet dadurch Menschen bis 27 J. die Möglichkeit, für ein Jahr bei uns zu leben und unser Projekt kennen zu lernen. Auf unserem Gelände bauen wir Obst und Kräuter an und brauen unser eigenes Bier. Gemeinsam mit uns leben hier 2 Katzen, 2 Schafe und 3 indische Laufenten. Als Dauergäste leben 500.000 Bienen von einem befreundeten Imker bei uns und eine Ex-Bewohnerin nutzt unser kleines Backhaus um hier einmal in der Woche Brot zu backen.
Infos: finkenburg(at)verden-info.de oder Tel. 04204 / 1497 oder 04204 / 6898003
Robin Wood (Ausgabe 2000/4) über die Finkenburg
Für Uneingeweihte ist die Finkenburg nicht so leicht zu finden. Versteckt hinterm Deich liegt der schöne, alte Resthof sehr allein im Deichvorland der Wesermarsch östlich von Bremen. Als Gemeinschaftsprojekt besteht der Finkenburg e. V. seit 1989, zur Zeit leben dort sieben Erwachsene, alle um Mitte 30 an Jahren und vier Kinder. Platz ist aber für mehr Leute: Neue sind herzlich willkommen.
Die Gruppe versteht sich als politische Kommune, deren kleinster gemeinsamer Nenner die Überzeugung ist, ?dass das Umsetzen einer alternativen Lebensform gesellschaftspolitisch notwendig und wünschenswert ist (hier und überall)", heißt es in einer Selbstdarstellung. Alle Entscheidungen werden im Konsens getroffen: als Forum hierzu dient das wöchentlich stattfindende Plenum. Eine Einkommensgemeinschaft bilden aber nur 5 der 7 Erwachsenen. Deshalb gibt es eine Haushaltskasse, in die jede/r 360,- DM monatlich einzahlt.
Die Einordnung als ökologische Landgemeinschaft führte bei den FinkenbürgerInnen zu einigen Diskussionen, da einige der Bewohnerinnen dies als Reduzierung ihrer Ziele auf das Thema Ökologie sahen. Dabei sind soziale, gesellschaftliche oder politische Aspekte von mindestens gleichberechtigtem Stellenwert. Dass die Ökologie dabei nicht zu kurz kommen muss, davon zeugen nicht zuletzt die Solaranlage, die regelmäßigen Bestellungen beim biologischen Lebensmittelgroßhandel und die Pflanzenkläranlage, die allein schon durch ihre technischen Gegebenheiten verhindert, dass starke chemische Mittel im Haus verwendet werden. Als ökologische Unschuldslämmer sehen sich die Gruppenmitglieder jedoch nicht und halten z. B. die Nutzung des Autos für unverzichtbar für das Leben auf dem Lande.
Ingesamt werden solche Fragen auf der Finkenburg eher freizügig als mit überzogenem Dogmatismus behandelt. Deshalb gibt es hier auch die bei einigen Erwachsenen nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten unbeliebten Barbiepuppen, die sich genau wie die anderen Bewohnerinnen regelmäßig zum Plenum treffen.
Keiner der erwachsenen FinkenburgerInnen arbeitet in einem Chefbetrieb. Alle sind in selbstorganisierten Arbeitsbereichen oder künstlerisch tätig. Auf dem Hof existiert bereits seit 10 Jahren eine Mosterei, zu der Leute aus der gesamten Umgebung kommen. Die Mosterei wird von neun Leuten im Kollektiv betrieben, von denen jedoch nicht alle auf der Finkenburg leben.
In dem in Strohlehmbauweise gebauten Backhaus mit Lehmofen wird einmal wöchentlich Brot gebacken; es gibt eine Töpferei mit einem sehr schönen Verkaufsraum und die Redaktion des alternativen Kulturmagazins für den Landkreis Verden -"Överblick" - hat auf der Finkenburg ihr Büro. Außerdem beschäftigen sich die Gruppenmitglieder mit ökologischem Bauen, Malerei und Theater. Eher als Hobby angesehen werden dagegen der Meine Kräuter- und Gemüsegarten, zwei Pferde , drei Schafe, drei Katzen und jede Menge Hühner. Wen wundert?s, dass die meisten gern in dieser Landidylle leben.
Wer mehr über die Finkenburg wissen möchte oder sogar selbst am Einstieg in die Gemeinschaft interessiert ist, kann sich weitere Informationen holen unter Finkenburg, 27321 Thedinghausen-Eißel, Tel. 04204/1497 mailto:finkenburg@t-online.de
Quelle: RobinWood.Magazin, Nr. 57/4.2000
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Freitag, 17. Oktober 2008
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Dienstag, 27. Juni 2006
Uwe Ciesla ist CONTRASTE-Redakteur und Bewohner des Wohnprojektes Finkenburg