GestaltPädagogik
Ein großer Teil der Pädagogik versucht, den politischen Kontext und die Struktur der Einrichtung zu ignorieren, sieht nur idealistische Handlungsweisen und problematische Schüler.
GestaltPädagogik erweitert, wie die GestaltPhilosophie und die GestaltTherapie, den Blick auf die gesellschaftlichen Bedingungen und kann damit vermeintliche Randerscheinungen, wie das Lernen am gelebten Vorbild, sehr viel genauer in den Blick nehmen.
Paul Goodman hat mit Fritz und Laura Perls (und Ralph Hefferline) die GestaltTherapie definiert, seine Kritik am amerikanischen Schulsystem war in den 50er Jahren legendär, seine Selbst-Aussage zur BiSexualität bereitete ihm in der damaligen Gesellschaft ziemliche Probleme. Sein Modell der First-Street-School wirkte für sehr viele damals inspirierend, und seine politische Sicht des Lernens blieb vorbildhaft.
In anderen Kulturkreisen war die Kritik des militaristischen SchulSystem ähnlich, auch wenn verschiedene Ausgangslagen vielfältige Lösungsversuche produzierten. Die Pädagogik der Unterdrückten stellte sich auf die Seite der Armen, "Schafft die Schulen ab!" schrieb Ivan _Illich, freie Schulen, Seminarschulen, die "Judenschulen", Reformpädagogik und andere ganzheitliche Lebens- und Lernweisen schufen eine große Vielfalt, der die Einfalt unserer Kaderschmieden eher jämmerlich gegenübersteht.
Montessori und Waldorf werden nun als Modelle aufgenommen und auch etwas gefördert, aber freie und demokratische Schulen haben noch einen längeren Weg, Gestaltpädagogik ist etwas in die Religionslehre eingewandert, aber ihr Menschenbild ist noch wenig bekannt.